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„Gold wird Richtung 3.000 Dollar laufen“

Marion Schlegel

Der Manager des Premium Pearls One-Fonds, Eckart Keil, ist für den Goldsektor weiterhin optimistisch. Insbesondere die Maßnahmen der Notenbanken sieht er als mögliche Preistreiber.

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Die Rohstoffe feierten in den vergangenen Wochen ihre große Renaissance. Insbesondere der Goldpreis konnte deutliche Zugewinne verzeichnen. DER AKTIONÄR sprach mit dem Fondsmanager Eckart Keil (Foto) über die Entwicklung der Rohstoffmärkte im Allgemeinen sowie seines Fonds Premium Pearls One (WKN A0M 9DG) im Speziellen.

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DER AKTIONÄR: Herr Keil, Sie managen den Fonds Premium Pearls One.  Der Fonds ist als Mischfonds deklariert. Derzeit investieren Sie aber einen Großteil in Edelmetalle und Rohstoffe. Warum ist das so?
Eckart Keil: Wir sind zwar in der Kate­go­rie Mischfonds eingestuft, haben eben aber auch dadurch volle Flexibili­tät. Derzeit sehen wir bei den Rohstoff- und hier speziell bei den Edelme­tall­aktien besonders hohes Potenzial. Wir sehen hier nach wie vor große Chan­cen. Das liegt unter anderem daran, dass die realen Zinsen weiter im ne­gativen Bereich laufen, was Anlagen in Edelmetallen begünstigt. Renten ha­ben wir hingegen derzeit keine im Portfolio des Fonds, da wir diesen Sektor auf dem jet­zigen Niveau für unattraktiv halten.

Die Performance war in diesem Jahr allerdings bislang eher enttäuschend. Wie sehen Sie die Chancen, dass Sie an die starke Wertentwicklung aus den Jahren 2009 und 2010 bald wieder anknüpfen können?
Das Engagement im Edelmetallbereich hat in diesem Jahr tatsächlich noch nicht so gefruchtet wie in den Vorjahren. Das liegt insbesondere daran, dass wir sehr stark in der zweiten und dritten Reihe investiert sind. Die erste Reihe ist ja zuletzt bereits gut angesprungen und wir setzen darauf, dass die zweite und dritte Reihe demnächst folgen werden. Zwischenzeitlich war einfach die Risikoneigung der Investoren unter anderem durch Fukushima und natürlich durch die Eurokrise völlig abhanden gekommen.

Welche Faktoren werden Ihrer Ansicht nach in Zukunft den Edelmetallbereich beflügeln?
Wir glauben, dass zwei große Mega­trends noch immer intakt sind. Zum einen, dass die Papierwährungen langsam an Vertrauen verlieren - das sieht man an den ganzen Maßnahmen der Zentralbanken, die Wirtschaft und den Schuldendienst für die Staaten zu ermöglichen. Das wird mit extrem niedrigen Zinsen und der Ausweitung der Liquidität mit dem Ankauf von Staatsanleihen versucht. Mittel- bis langfristig wird dies dazu führen, dass die Infla­tionserwartungen ansteigen werden. Investoren werden deswegen verstärkt auf reale Werte wie Rohstoffe, aber auch auf ausgesuchte Immobilien setzen. Das steigende Interesse an Immobilien kann man ja bereits jetzt in Deutschland in einigen Metropolen erkennen.
Zum anderen glauben wir, dass die Schwellenländer speziell in Asien auch zukünftig überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten ausweisen werden. Selbst wenn diese in China derzeit etwas zurückgehen, befinden sie sich noch immer deutlich im positiven Bereich. Und das stützt natürlich auch die Nachfrage nach Rohstoffen.

Wo sehen Sie dann das Kursziel für Gold in den kommenden Jahren?
Ich erwarte, dass der Goldpreis in den nächsten zwei oder drei Jahren Richtung 3.000 Dollar je Unze laufen wird. Vom Allzeithoch bei 1.9121,15 Dollar sind wir ja schon nicht mehr so weit entfernt. Und ich denke, dass noch wesentlich mehr Dynamik in den Sektor kommen wird. Man liest zwar immer mehr auch von Gold und Goldanlagen, aber wenn man sich den Goldanteil der Investoren am Gesamtvermögen betrachtet, ist dieser noch immer sehr gering. Wenn der derzeitige Goldanteil von geschätzt zwei Prozent auf nur vier Prozent ansteigen würde, dann ist erhebliches Potenzial vorhanden. Zwei Prozent klingen nicht viel, aber in absoluten Beträgen würde das eine gewaltige Wirkung entfalten. Dabei wäre ein Goldanteil von vier Prozent ja immer noch relativ wenig, insbesondere wenn man die vergangenen 30 Jahre betrachtet. Da lag der Satz zwischenzeitlich sogar über zehn Prozent.

Neben den Edelmetallen - welche Rohstoffe halten Sie außerdem für aussichtsreich?
Wir favorisieren hier Kupfer und insbesondere auch den Zinkbereich. Dieser könnte in den kommenden Jahren ein interessanter Sektor werden, da dort einige Minen vor der Schließung stehen beziehungsweise ausgebeutet sind. Zudem kommt relativ wenig Nachschub an neuen Großprojekten. In zwei bis drei Jahren könnte hier deswegen eine Knappheit entstehen.

Herr Keil, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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