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Zwischen den Zeilen

Der Softwaregigant Oracle hat gestern nach Börsenschluss seine Zahlen zum ersten Quartal bekannt gegeben. Insbesondere der ängstliche Ausblick hat zu einem Kursverlust von fast fünf Prozent geführt.

Der Softwaregigant Oracle hat gestern nach Börsenschluss seine Zahlen zum ersten Quartal bekannt gegeben. Insbesondere der ängstliche Ausblick hat zu einem Kursverlust von fast fünf Prozent geführt.

Von Steffen Eidam

Oracle, der nach Microsoft zweitgrößte Softwarekonzern der Welt, hat seinen Nettogewinn im ersten Geschäftsquartal um zwei Prozent auf 519 Millionen Dollar steigern können. Soweit, so gut. Sorgen bereitet den Börsianern vielmehr der schwache Umsatz und der zurückhaltende Ausblick auf das zweite Quartal.

Analystenkonsens verfehlt

Selten waren sich die Analysten so einig wie im Falle Oracle: Die Zahlen zum ersten Quartal waren eine Enttäuschung. Zwar lag der 38-prozentige Anstieg beim Nettogewinn auf 738 Millionen Dollar oder 14 Cent je Aktie im Rahmen der Erwartungen. Rechnet man allerdings den Beitrag der kürzlich übernommenen Peoplesoft heraus, so bleibt unter dem Strich ein mageres Plus von zwei Prozent auf 519 Millionen Dollar. Als größtes Sorgenkind entpuppt sich ausgerechnet der Hauptgeschäftszweig Datenbank-Software. Der vielbeachtete Lizenzumsatz im Stammgeschäft verbesserte sich gerade einmal um ein Prozent auf 492 Millionen Dollar. Da kann selbst der erfreuliche Trend bei der Anwendersoftware (+84 Prozent auf 127 Millionen Dollar) nur als schwacher Trost betrachtet werden. Der Nettoumsatz kletterte von 2,22 auf 2,77 Milliarden Dollar und blieb damit ebenfalls hinter den Erwartungen (Konsens: 2,94 Milliarden Dollar) zurück.

Enttäuschender Ausblick

Womöglich würden viele Experten großzügig den Mantel des Schweigens über die schwache Auftaktperiode legen, hätte sich Oracle optimistisch zum weiteren Geschäftsverlauf geäußert. Hätte, wäre, wenn: Für das laufende zweite Quartal prognostizierte Finanzchef Greg Maffei einen Umsatz zwischen 3,37 und 3,46 Milliarden Dollar - und das war den Analysten deutlich zu wenig. Im Schnitt rechneten diese mit einem Erlös in Höhe von 3,46 Milliarden Dollar. Interessant: Obwohl Oracle seit Jahresanfang bereits sieben Übernahmen getätigt hat (inklusive dem 10,6-Milliarden-Deal mit Peoplesoft), strebt man auch in Zukunft eine Ausweitung des Geschäfts durch Firmenkäufe an. Ganz oben auf dem Speiseplan steht der Wettbewerber Siebel Systems, der wohl schon in Kürze für den appetitlichen Preis von 5,8 Milliarden Dollar geschluckt wird.

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