IOMEGA CORP. DL-,0333
- DER AKTIONÄR

Zurück in der Spur

Beim Namen Iomega dürfte es heute nur noch bei Computerfreaks klingeln, der große Rest der Anlegerschaft wird wohl mit den Schultern zucken. Der Erfinder des legendären Zip-Laufwerks wurde in den letzten Jahren ganz einfach von der Börse vergessen. Das war einmal anders. Mitte der 90er-Jahre gehörte die Firma zu den Top-Performern an der Wall Street.

Eine verfehlte Produktpolitik hat Iomega fast an den Rand der Pleite geführt und die Aktie abstürzen lassen. Folgt der Restrukturierung jetzt der Turnaround?

Beim Namen Iomega dürfte es heute nur noch bei Computerfreaks klingeln, der große Rest der Anlegerschaft wird wohl mit den Schultern zucken. Der Erfinder des legendären Zip-Laufwerks wurde in den letzten Jahren ganz einfach von der Börse vergessen. Das war einmal anders. Mitte der 90er-Jahre gehörte die Firma zu den Top-Performern an der Wall Street. Von Juni 1994 bis Mai 1996 stieg der Wert um den Faktor 150 (!) auf mehr als 120 Dollar – zu Recht, denn die Zip-Technologie war ein Volltreffer. In den Folgejahre verschlief das Management allerdings wichtige Markttrends. Die Umsätze brachen ein und aus den Gewinnen wurden Verluste.

Harte Schnitte

Erst im letzten Jahr sind die Verantwortlichen aufgewacht. Das gesamte Management wurde ausgewechselt, dringend notwendige Restrukturierungen wurden durchgeführt: Mitarbeiter wurden entlassen, Fertigungsprozesse optimiert und unrentable Niederlassungen geschlossen. Allein durch die Maßnahmen spart der Konzern jedes Jahr Millionen von Dollar ein. Gleichzeitig wurden die einzelnen Produktlinien überarbeitet. Das Management setzt seine Hoffnungen nun vor allem auf die externen Festplatten und nicht mehr – wie in den ganzen Jahren zuvor – auf die Zip-Technologie. Die Entscheidung spiegelt sich in den jüngsten Innovationen wider. Investiert wurde insbesondere in das umsatzstarke Segment mit externen Festplatten. Die neuesten Produkte sind nicht nur leistungsstärker, sondern sparen der Gesellschaft bei der Fertigung auch noch 20 bis 30 Prozent gegenüber den Vorgängern.

Die Talsohle ist durchschritten

Im dritten Quartal 2006 wurde durch die Übernahme von CSCI, einem Anbieter von Serviceleistungen, eine neue und gewinnträchtige Umsatzquelle erschlossen. Aufgerüstet hat Iomega zudem bei seinen Sicherungstechnologien. Mit den frischen Produkten zielen die Amerikaner auf ihre traditionelle Käuferschicht ab: kleine bis mittelgroße Unternehmen und Besitzer eines Home-Office. Die eingeleiteten Maßnahmen haben zuletzt deutlich sichtbare Spuren in der Bilanz hinterlassen und Iomega trotz niedrigerer Umsatzerlöse in die Gewinnzone zurückgeführt. Für die kommenden beiden Jahre gehen Experten davon aus, dass die Umsätze jeweils moderat ansteigen werden, während die Ergebnisse überproportional zulegen.

Günstig zu haben - noch

Iomega scheint der Turnaround tatsächlich zu gelingen, die Aktien spiegeln dies allerdings bislang nur unzureichend wider. Zumal sie mit einem KGV für 2008 von 11 noch nicht zu teuer sind – vor allem, wenn man den hohen Cashbestand berücksichtigt, der nahezu ein Viertel des Unternehmenswertes ausmacht. Spekulative Anleger sollten auf dem aktuellen Niveau zugreifen.

Kursziel bei Iomega: 5,00 Euro. Stopp: 2,15 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 20/2007.

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