- DER AKTIONÄR

Zurück in der Spur

Da der deutsche Windenergiemarkt nur noch langsam wächst, gilt für Anlagenhersteller die Expansion im Ausland als Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. So auch bei Repower Systems.

Von Ingo Hübner

Zwar liegt der Auslandsanteil des Hamburger Windkraftanlagenherstellers Repower Systems bereits bei über 50 Prozent, doch für einen finanziellen Erfolg hat das bislang nicht gereicht: Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Verlust von 9,2 Millionen Euro hinnehmen. Vorstandschef Fritz Varenholt räumte damals einen zu starken Expansionsdrang und interne Schwächen ein, versprach aber einen Kurswechsel. Die Wende soll nun bereits in diesem Jahr kommen: Repower will künftig 30 Millionen Euro im Jahr sparen und voraussichtlich bereits Ende 2005, spätestens aber im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren.

Der Expansionsdrang hat aber nicht nur Lehrgeld gekostet, sondern trägt jetzt auch die langersehnten ersten Früchte: So meldete Repower jüngst einen Liefervertrag mit der schottischen Firma Talisman Energy und Scottish & Southern Energy für das Offshore-Demonstrationsprojekt "Beatrice Windfarm". Die Anlage, die dabei zum Einsatz kommt, Repowers "5M", ist mit fünf Megawatt Leistung die zurzeit größte Windkraftanlage auf dem Markt. Zunächst wird Repower nur zwei Anlagen liefern, doch das Projekt ist Teil des von der EU geförderten "DOWNVInD"-Projekts, das in Europa zu den größten Forschungs- und Entwicklungsprogrammen im Bereich Erneuerbare Energien zählt. Die Bedeutung des Auftrages ist daher immens, nicht zuletzt weil Repower auch selbst den Offshore-Markt für sich erobern will.

Portugiesen erhöhen Repower-Anteil

Vor wenigen Tage haben die Hamburger zudem mit Martifer Energia, einer Tochter des größten portugiesischen Bauunternehmens Mota-Engil, ein 50/50-Joint Venture für den protugiesischen Markt gegründet. Die unter dem Namen Repower Portugal firmierende neue Gesellschaft will sich an öffentlichen Ausschreibungen über Netzanschlusskapazitäten beteiligen. Bei einem entsprechenden Auftragsvolumen sollen die Anlagen sogar vor Ort gefertigt werden. Nachdem Repower auf der Iberischen Halbinsel bereits mit einer Tochter in Spanien vertreten ist, ist die Gesellschaft für künftige Großprojekte in Südeuropa gut gerüstet. Gleichzeitig ist die bereits bestehende Verbindung zwischen Repower und Martifer - die Portugiesen hielten bereits 19,5 Prozent an Repower - noch enger geworden. Um das Wachstum zu finanzieren, haben die Hamburger 0,5 Millionen neue Aktien im Gegenwert von 7,5 Millionen Euro an Martifer verkauft. Der Partner hält damit 25 Prozent an Repower.

Wieder auf Kurs

Repower treibt die internationale Expansion konsequent voran; die Chancen stehen deshalb gut, dass der Firma in den kommenden sechs bis zwölf Monaten der erneute Sprung in die Gewinnzone gelingt. Der Aktienkurs hat auf die positiven Geschäftstrends bereits reagiert und seit Anfang Mai um 30 Prozent auf 15,70 Euro zugelegt. Bis zum Jahresende sollte das Papier die Marke von 20 Euro erfolgreich überwunden haben.

Repower Systems

 

ISIN DE0006177033
Kurs am 30.06.2005 16,10€
Empfehlungskurs 15,70€
Ziel 26,00€
Stopp 13,00€
KGV 13
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR (27/05).

 

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