- DER AKTIONÄR

Zündende Mischung

Mischkonzernen haftet im allgemeinen ein dröges Image an. Doch Honeywell hat einige heiße Eisen im Feuer - das macht das Konglomerat auch für seine Konkurrenten interessant. Auch wenn sich das Spiel nun schon mehrere Jahre hinzieht, so ist es doch denkbar, dass United Technologies erneut seine Fühler ausstreckt.

Mischkonzernen haftet im allgemeinen ein dröges Image an. Doch Honeywell hat einige heiße Eisen im Feuer - das macht das Konglomerat auch für seine Konkurrenten interessant.

Von Ingo Hübner

Mit einem Plus von fast fünf Prozent war die Aktie des US-Mischkonzerns Honeywell am Montag vergangener Woche der Tagessieger im Dow Jones Index. Für ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als 31 Milliarden Dollar ist das eine beachtenswerte Entwicklung. Was war geschehen? An den US-Märkten wurden einmal mehr Übernahmegerüchte laut. Angeblich soll United Technologies ein Kaufangebot vorbereiten. Zwar hat sich Honeywell bislang zu dem Gerücht nicht geäußert, doch es könnte tatsächlich etwas dran sein. Bereits vor einigen Jahren gab es ernsthafte Fusionsbemühungen der beiden Unternehmen, seither wird das Thema in regelmäßiger Wiederkehr am Markt gespielt. Im Jahr 2000 verhinderte General Electric schließlich den Schulterschluss von Honeywell und United Technologies, nur um sich einige Zeit später selbst um Honeywell zu bemühen. Doch letztendlich blieb auch dem Riesen General Electric der Weg versperrt.

Triebfeder Triebwerksbau

Auch wenn sich das Spiel nun schon mehrere Jahre hinzieht, so ist es doch denkbar, dass United Technologies erneut seine Fühler nach Honeywell ausstreckt. Besonders interessant dürfte für den Konzern, der eine Instanz in der Luftfahrttechnik ist, die Luft- und Raumfahrtsparte von Honeywell sein. Die Amerikaner sind nämlich bei Triebwerken für große Kurzstreckenflugzeuge einer der führenden Player. Dabei spielen die gegenwärtigen Entwicklungen in der Luftfahrtindustrie Honeywell auch noch in die Hände. In den westlichen Industrienationen konsolidiert derzeit der Markt und Maschinen sind länger im Dienst, daher haben die Airlines größeren Bedarf an Ersatzteilen wie Triebwerken. Auf der anderen Seite boomt die asiatische Luftfahrtindustrie - allen voran China und Indien. Folglich ist es um die Perspektiven der Luft- und Raumfahrt-Sparte von Honeywell bestens bestellt. Das zeigt sich auch in den Zahlen, die der Konzern vor einigen Wochen für das erste Quartal 2005 vorgelegt hat.

Starkes Quartal

Aufgrund der starken Entwicklung der Luft- und Raumfahrt-Sparte konnte Honeywell beim Gewinn deutlich zulegen. Er lag bei 359 Millionen Dollar oder 42 Cent je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Gewinn von 295 Millionen Dollar erwirtschaftet. Gleichzeitig verbesserte sich der Umsatz von 6,18 auf 6,45 Milliarden Dollar und lag damit oberhalb der Markterwartungen von 6,39 Milliarden Dollar. Das gute Ergebnis macht das Papier auch fundamental interessant. Nicht wenige Analystenhäuser, wie etwa die Banc of America oder Prudential, haben die Aktie in den letzten Wochen zum Kauf empfohlen. Dafür gibt es aber auch noch andere Gründe: Zum einen setzt Honeywell nach einigen eher mageren Jahren seine eigenen Prognosen sehr konservativ an, zum anderen entwickeln sich auch andere Geschäftsbereiche gut. Das Augenmerk liegt hierbei besonders auf der im vergangenen Jahr für rund 1,5 Milliarden Dollar übernommenen Novar. Novar ist ein Spezialist für intelligente Gebäudemanagementsysteme und wurde bei Honeywell in das Segment "Automation and Control Systems" integriert. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 2004 über zwei Milliarden Euro umgesetzt. Langfristig berge die Akquisition für die Amerikaner eine gehörige Wertsteigerung, so die vorherrschende Meinung der Analysten.

Aller guten Dinge sind drei

Bei einer Investition in Honeywell lassen sich gute Fundamentaldaten mit einer Portion Übernahmefantasie kombinieren. Ein dritter Grund findet sich aber auch noch: Die Aktie sieht charttechnisch sehr gut aus. Sie ist auf dem Niveau von rund 35 Dollar - dort befindet sich eine Unterstützung - sehr gut nach unten abgesichert.

Drei Kaufgründe

Honeywell

 

ISIN US4385161066
Kurs am 24.05.2005 29,80€
Empfehlungskurs 28,65€
Ziel 36,00€
Stopp 25,00€
KGV 06e 15
Chance/Risiko 3/2

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (21/05).

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