POSTNL N.V. EO -,48
- DER AKTIONÄR

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Mittlerweile zählt die Logistikbranche zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Europa. Umsätze von etwa 88 Milliarden Euro verhalfen Deutschland im Jahr 2004 auf den Spitzenplatz im europäischen Vergleich. Grund hierfür ist vor allem die zentrale Lage und der Aufschwung Osteuropas. Prognosen versprechen ein weiteres Anhalten dieses Trends.

Die europäische Logistikbranche ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und legt weiter zu. Auch die Deutsche Post möchte ein Stück vom Kuchen abhaben.

Mittlerweile zählt die Logistikbranche zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Europa. Umsätze von etwa 88 Milliarden Euro verhalfen Deutschland im Jahr 2004 auf den Spitzenplatz im europäischen Vergleich. Grund hierfür ist vor allem die zentrale Lage und der Aufschwung Osteuropas. Prognosen versprechen ein weiteres Anhalten dieses Trends.

Performance im Depot

DER AKTIONÄR hat diesen Trend bereits früh erkannt und einige Titel zum Kauf empfohlen. Die beeindruckendste Performance legte Kühne & Nagel hin – mehr als 150 Prozent Plus seit Empfehlung. Ein Indiz, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist, lieferte der Schweizer Logistik-Dienstleister beim Vorlegen seiner 2006er-Quartalszahlen: In den ersten neun Monaten erlöste das Unternehmen mit 13 Milliarden Schweizer Franken 32 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Der Gewinn stieg um satte 45 Prozent auf 314 Millionen Franken. Für Anleger, die im Frühjahr 2006 beim IPO der Österreichischen Post zum Zuge kamen, steht ebenfalls ein deutlicher Kursanstieg in den Büchern. Mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten ist der Konzern zwar noch relativ klein. Durch Zukäufe befinden sich die Österreicher aber auf Wachstumskurs. Der niederländische Postkonzern TNT konzentriert sich zunehmend auf seine Kernkompetenzen Express und Post. Das erst vor zwei Jahren erworbene Frachtgeschäft soll Anfang 2007 an den französischen Geodis-Konzern verkauft werden. Bereits im vierten Quartal wurde die Logistiksparte versilbert. Mit Panalpina mischt ein weiteres Schweizer Unternehmen den Transport-und Logistikmarkt auf. Die im Januar 2006 festgestellten Buchungsmanipulationen sind kaum mehr ein Thema an den Finanzmärkten – jetzt steht wieder das Wachstum im Vordergrund. Bis zum Jahresende will die auf Luft- und Seefracht spezialisierte Firma um bis zu 15 Prozent zulegen. Alle vier Logistik-Werte haben seit ihrer Empfehlung kräftig zugelegt – günstig sind sie deshalb nicht mehr. Die hohen Wachstumsraten in der Branche versprechen aber auch weiterhin Chancen auf Kursanstiege. Bereits investierten Anlegern raten wir, ihre Aktien zu halten – Ausnahme: die Deutsche Post, die wegen ihrer Unterbewertung über deutliches Nachholpotenzial verfügt.

Die Post bringt es

Wenn 2008 das Briefmonopol in Deutschland fällt, brechen neue Zeiten für die Deutsche Post an. Um sich zu rüsten, hat der Konzern in den vergangenen Jahren weltweit zugekauft. Ende 2005 verstärkte das Unternehmen zudem den Logistikbereich mit der Übernahme des britischen Exel-Konzerns. Die Integration soll zwei Jahre dauern, dürfte aber schon eher beendet sein. Dies hätte positiven Einfluss auf das EBIT, dass Chef Klaus Zumwinkel zum Jahresende bei mindestens 3,9 Milliarden Euro sieht, also knapp vier Prozent höher als im Vorjahr. Bis 2009 geht er sogar von einem jährlichen Wachstum von rund zehn Prozent aus.

Gut aufgestellt

Die Öffnung des Briefmonopols bietet keinen Grund zur Panik. Durch Zukäufe ist die Post gut positioniert und der zunehmende Konkurrenzdruck ist im aktuellen Kurs bereits eingepreist. Zudem wird die durch Exel ausgebaute Logistiksparte des Konzerns noch unterschätzt. Mit einem 2007er-KGV von 11 ist der Titel günstig bewertet. Mittel-bis langfristig orientierte Anleger sollten sich die Postaktie ins Depot holen, um am Trend in der Logistikbranche teilzuhaben.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 48/2006.

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