ZOOPLUS
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Zooplus ohne Plus – die Bären sind los

Der Internet-Tierfutterverkäufer hat vorläufige Zahlen vorgelegt. Doch trotz respektablem Wachstum bleibt die Bewertung sehr hoch. Der kurzfristige Abwärtstrend der Aktie ist intakt. Das Kursziel beträgt 25 Euro.

Zu teuer. Dieses Argument ist im Zusammenhang mit Internet-Aktien nicht neu und oft falsch. Doch bei der Zooplus-Aktie trifft es tatsächlich zu. Schließlich liegt das KGV 2012 bei über 80 - eine selbst im Vergleich zu anderen Internet-Aktien überaus ambitionierte Bewertung. Der zu hohe Kurs hatte die Analysten von Viscardi Anfang Januar dazu veranlasst, eine deutliche Verkaufsempfehlung für den Internet-Händler von Heimtierprodukten abzugeben. Das Kursziel liegt bei 25 Euro.

Auch die heute vorgelegten vorläufigen Zahlen dürften an dieser Einschätzung nichts ändern. Zwar hat Zooplus 2012 plangemäß Umsätze in Höhe von 256 Millionen Euro erreicht - ein Wachstum von 32 Prozent. Doch Angaben zur Rentabilität wurden nicht gemacht. Viscardi rechnete bereits im Vorfeld mit Erlösen von 252 Millionen Euro und einem operativen Verlust von drei Millionen Euro.

Ursächlich für die schwache Rentabilität sind nicht nur hohe Kosten für Logistikumstellungen und die Auslandsexpansion. Die Margen von Zooplus leiden zudem unter immer größerer Konkurrenz im Netz. Denn längst kann man Brekkies, Whiskas oder Chappi auch über Internethändler wie Amazon.com und Co kaufen. Aber auch spezialisierte Tierfutter-Vertreiber sind dem Marktführer auf den Fersen. So ist 2010 endlich auch der im Offline-Geschäft überaus erfolgreiche Fressnapf-Konzern in den Online-Markt eingestiegen und könnte sich mittelfristig als ein besonders hartnäckiger Wettbewerber erweisen.

Zahlreiche Insiderverkäufe

Vor wenigen Wochen gelang Zooplus eine Kapitalerhöhung um 470.000 Aktien auf 6,1 Millionen. Der Bruttoerlös von knapp 20 Millionen Euro (Ausgabekurs 42 Euro) soll für die weitere Auslandsexpansion eingesetzt werden. Dennoch trennen sich immer wieder sogenannte Insider von dem Papier. 2011 standen sieben Käufen mehr als 40 Verkaufs-Transaktionen gegenüber. Erst am 13. Januar wurde gemeldet, dass die Unicredit am 11. Januar die Schwellen von fünf und drei Prozent unterschritten hat. Die Analysten von Viscardi schließen nicht aus, dass selbst der Mehrheitsaktionär schwach werden könnte: "Burdas 50-Prozent-Anteil stützt den aktuellen Kurs von Zooplus, doch es gibt keine Garantie dafür, dass Burda nicht versucht, seinen 300-prozentigen Kursgewinn zu realisieren."

Wachstum ist nicht alles

Die Dynamik bei Zooplus wird sich auch im neuen Jahr fortsetzen. Der Umsatz dürfte um 30 Prozent auf 325 Millio­nen Euro zulegen. Doch der Preis für das Wachstum ist hoch. Die Analysten glauben lediglich an eine Mini-EBIT-Rendite von 1,2 Prozent. 2013 werden Viscardi zufolge immerhin 399 Millionen Euro erlöst und eine Marge von 2,2 Prozent erzielt. Doch selbst wenn dieser Sprung ohne Stolpern gelingt, liegt das KGV mit 32 immer noch deutlich über der Bewertung vergleichbarer Player. Deren 2013er KGV liegt im Schnitt bei 10. Schließlich ist auch die Charttechnik der Zooplus-Aktie schwer angeschlagen.

Aufwärtstrend vorbei

DER AKTIONÄR bleibt bei seiner in Ausgabe 04/2012 abgegeben Einschätzung: Die Aktie ist ein Verkauf - das Kursziel beträgt 25 Euro. Denn weiterhin spricht vieles für anhaltenden Druck auf die Zooplus-Aktie. Neben der offensichtlich zu hohen Bewertung sendet die Charttechnik Warnsignale. Passende Put-Optionsscheine gibt es zwar nicht. Doch über ein CFD-Konto kann die Aktie - mit individuell angepasstem Risiko - leerverkauft werden.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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