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Zocken, bis der Arzt kommt

Die Spielebranche befindet sich im Aufwind: Die Markteinführung neuer Konsolen verspricht dicke Gewinne. DER AKTIONÄR stellt Ihnen vier interessante Aktien aus dem Videospiele-Sektor vor.

Die Spielebranche befindet sich im Aufwind: Die Markteinführung neuer Konsolen verspricht dicke Gewinne. DER AKTIONÄR stellt Ihnen vier interessante Aktien aus dem Videospiele-Sektor vor.

Von Anja Weingran

Während Sony, Microsoft und Nintendo eine weitere Runde im Konsolenkrieg einläuten, sind die Spieleproduzenten die eigentlichen Gewinner: Für sie öffnet sich mit den neuen Modellen von Xbox und Co. ein milliardenschwerer Absatzmarkt. Die Branche hält für die Next-Generation-Hardware zunächst rund 200 Spiele bereit.

Neue Absatztreiber

Electronic Arts (EA) hat 25 komplett neue Spiele entwickelt, fünf davon zieren bereits die Ladenregale. Es besteht kaum ein Zweifel am Erfolg der Games, denn ein Flop lässt sich unter den EA-Kreationen schwerlich finden. Aber auch fundamental kann der Konzern punkten: Zwar sank der Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2006 um 50 Prozent auf 51 Millionen Dollar, jedoch lag der Überschuss von 16 Cent pro Aktie deutlich über den von Analysten prognostizierten fünf Cent.

Der EA-Konkurrent Ubisoft hat das lukrative Geschäft mit Hollywood-Lizenzen entdeckt: Von dem Spiel zum gleichnamigen Film "King Kong" will man in einem Jahr fünf Millionen Kopien absetzen. 2009 soll der Konzernumsatz eine Milliarde Dollar betragen. Damit dürften die Franzosen verstärkt in den Fokus von Aufkäufern geraten. Nach wie vor wird EA als Favorit gehandelt.

Action ist angesagt

Auch Take-Two gilt in der Branche als heißer Übernahmekandidat. Mit "Grand Theft Auto" hat man einen langjährigen Verkaufsschlager, der bespielsweise gut zum Image von Activision passen dürfte. Mit einem 2006er-KGV von 15 ist Take-Two zudem nicht zu teuer. Zwar reduzierten Analysten nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung ihre Prognosen für das Unternehmen, bekräftigten jedoch ihre positiven Ratings für die Aktie.

Wie auch EA verbuchte Activision im zweiten Quartal einen deutlichen Verlust, dennoch: Mit einem Fehlbetrag von fünf Cent je Aktie übertraf die Firma leicht die Analystenprognosen - die lagen bei minus sieben Cent je Anteilschein. Mit einem neuen Kriegsspiel soll noch in diesem Monat der Absatz kräftig angekurbelt werden. Und Activision legt nach: Ein Dutzend Titel befinden sich noch in der Pipeline.

Für jeden Geschmack

Konservative Anleger favorisieren EA oder Activision. Beide Werte sind nicht mehr ganz billig zu haben, jedoch rechtfertigen die guten Perspektiven einen Aufschlag. Wer es actionreicher mag, der setzt auf die Übernahme- und Wachstumsfantasie bei Ubisoft oder Take-Two.

Artikel aus DER AKTIONÄR (46/05).

 

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