PACIFIC ETHANOL DL-,015
- DER AKTIONÄR

Zitterpartie

Mieses Timing am Aktienmarkt kostet Geld, das ist nun einmal so. Richtig ärgerlich wird die Sache dann, wenn sich nicht nur der Kaufzeitpunkt als falsch herausstellt, sondern auch noch der Stopp zu tief platziert wurde. So geschehen beim Ethanol-Hersteller Pacific Ethanol. Der Aktienkurs notiert gegenüber der AKTIONÄRS-Empfehlung vom Juni um 40 Prozent niedriger.

Der Kurs von Pacific Ethanol hat sich seit dem Frühsommer gedrittelt – jetzt aber deutet sich die Trendwende an.

Mieses Timing am Aktienmarkt kostet Geld, das ist nun einmal so. Richtig ärgerlich wird die Sache dann, wenn sich nicht nur der Kaufzeitpunkt als falsch herausstellt, sondern auch noch der Stopp zu tief platziert wurde. So geschehen beim Ethanol-Hersteller Pacific Ethanol. Der Aktienkurs notiert gegenüber der AKTIONÄRS-Empfehlung vom Juni um 40 Prozent niedriger. Auslöser der Verluste: der gesunkene Ölpreis bei gleichzeitig gestiegenen Getreidepreisen.

Die Gewinnformel

So übertrieben die Kursrallye bei Ethanol-Aktien im Frühjahr gewesen sein mag, so überzogen ist auch der jüngste Kursverfall. Fakt ist: Solange der Ölpreis über der Marke von 35 Dollar je Fass notiert – aktuell kostet das Barrel um die 60 Dollar –, ist die Herstellung von Ethanol (aus Getreide) wirtschaftlich. Experten streiten zwar über die weitere Entwicklung des Ölpreises, aber selbst die größten Optimisten unter ihnen rechnen mit einem maximalen Rückgang auf 50 Dollar/Barrel. Der zweite maßgebliche Faktor, der die Rentabilität der Ethanol-Produzenten bestimmt, ist der Getreidepreis. Der ist zwar zuletzt um 40 Prozent pro Bushel (56 Pfund) gestiegen, allerdings gehen Marktforscher davon aus, dass die Landwirte auf die hohe Nachfrage mit einer Ausweitung ihrer Anbauflächen reagieren werden und der Preis mittelfristig wieder sinkt.

Die Demokraten haben bei der US-Kongresswahl nicht nur das Repräsentantenhaus erobert, sondern auch die Mehrheit im Senat erlangt. Das dürfte dazu führen, dass Umweltfragen, insbesondere auch mögliche Alternativen zum Rohöl, mit mehr Nachdruck vorangetrieben werden. Collin Peterson wird neuer Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses. Das sind gute Nachrichten für die Ethanolbranche, denn Peterson gilt als Verfechter des alternativen Brennstoffs. Unter anderem seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Tankstellen den Autofahrern Ethanol anbieten müssen.

Dem Zeitplan voraus

Bei Pacific Ethanol laufen die Dinge ebenfalls gut. Der Konzern hat Anfang Oktober seine erste Raffinerie in Madera, Kalifornien, fertiggestellt und wird Mitte November den vollen Betrieb aufnehmen. Die Anlage soll jährlich 35 Millionen Gallonen Ethanol produzieren. „Madera wird bereits im vierten Quartal Umsätze beisteuern und damit früher als von uns erwartet“, sagte Firmenchef Neil Koehler. Drei weitere Anlagen sind bereits in der Umsetzung. Durch die Beteiligung an dem Produzenten Front Range sichert sich das Unternehmen zudem weitere 20 Millionen Gallonen Ethanol pro Jahr.

Vor der Trendwende

Als eines der wenigen „pure Plays“ im Ethanolsektor bleibt Pacific Ethanol erste Wahl für risikofreudige Anleger. Das günstigere politische Umfeld und der planmäßige Ausbau der Kapazitäten sprechen nun für eine nachhaltige Trendwende beim Aktienkurs. Anleger sollten daher das günstige Kursniveau zum Einstieg nutzen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 47/2006.

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