HERALD RES. LTD
- DER AKTIONÄR

Zinkbranche im Umbruch

Das australische Minenunternehmen Zinifex und der belgische Metallkonzern Umicore werden über ein Joint Venture den weltweit größten Zinkhersteller gründen. Das gaben beide Unternehmen im Dezember 2006 bekannt. Ende 2007 soll das Joint Venture dann als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht werden. Das neue Unternehmen wird 1,2 Millionen Tonnen Zink im Jahr produzieren, was zehn Prozent der Weltproduktion entspricht.

Die Zusammenarbeit zwischen Zinifex und Umicore löst in der Zinkbranche Übernahmefantasie aus. Dabei könnte auch Herald Resources ins Fadenkreuz geraten.

Das australische Minenunternehmen Zinifex und der belgische Metallkonzern Umicore werden über ein Joint Venture den weltweit größten Zinkhersteller gründen. Das gaben beide Unternehmen im Dezember 2006 bekannt. Ende 2007 soll das Joint Venture dann als eigenständige Gesellschaft an die Börse gebracht werden. Das neue Unternehmen wird 1,2 Millionen Tonnen Zink im Jahr produzieren, was zehn Prozent der Weltproduktion entspricht.

Übernahmekandidat Herald Resources

Durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten lösen Zinifex und Umicore Übernahmefantasie in der Zinkbranche aus. Beobachter gehen nämlich davon aus, dass Zinifex durch die Abkopplung seiner Zinkschmelzwerke Mittel für den Kauf neuer Minen freimachen will. Dies ist auch nötig, denn die Vorräte in der Zinifex-Grube Century in Queensland, der zweitgrößten Zinkmine der Welt, neigen sich dem Ende entgegen. Als mögliche Übernahmekandidaten bieten sich natürlich mehrere Zinkgesellschaften an, auch die AKTIONÄRS-Empfehlungen CBH Resources, Herald Resources und Perilya. Unter Berücksichtigung der charttechnischen Lage ist vor allem das Papier von Herald Resources aktuell ein Kauf.

Herald Resources ist zu 80 Prozent am Dairi-Projekt beteiligt, das im Norden der indonesischen Insel Sumatra liegt. Der zinkhaltige Erzkörper wurde 1998 entdeckt. 2005 konnte eine banktaugliche Feasibility-Studie abgeschlossen werden, die die Wirtschaftlichkeit des Projektes nachweist. Dairi verfügt derzeit über Erzreserven von 13,2 Millionen Tonnen, die im Durchschnitt 13,3 Prozent Zink, 9,9 Prozent Blei und kleinere Vorkommen an Silber beinhalten. Insbesondere die Zinkgehalte sind hochgradig, weltweit sind nur fünf adäquate Vorkommen bekannt. Mit dem Abbau der Metalle will Herald 2008 beginnen. Laut einer aktuellen Studie von Euroz Securities Limited sollen anfänglich 37.100 Tonnen Zink und 19.300 Tonnen Blei gefördert werden. 2009 soll die Produktion auf 123.800 Tonnen Zink und 66.000 Tonnen Blei im Jahr hochgefahren werden.

Stabile Marktsituation bei Zink

Die Kosten für den Abbau werden sich beim Dairi-Projekt bei Zink auf etwa 1.212 Dollar je Tonne belaufen. Aktuell notiert der Zinkpreis bei etwa 4.130 Dollar je Tonne. Für die kommenden Quartale wird allerdings mit einer leichten Preisabschwächung gerechnet. Goldman Sachs sieht den Zinkpreis im laufenden Jahr bei durchschnittlich 3.600 Dollar je Tonne, 2009 bei 3.250 Dollar. Eine größere Preisabschwächung ist wohl nicht zu befürchten, da die Nachfrage-/Angebotssituation insgesamt sehr ausgewogen bleibt; ein nachhaltiger Angebotsüberhang ist nicht auszumachen. Folglich lässt sich die Gewinnentwicklung bei Herald Resources recht gut abschätzen. Euroz Securities rechnet für das kommende Jahr auf Basis eines durchschnittlichen Zinkpreises von 3.086 Dollar je Tonne mit einem Gewinn je Anteilschein von elf Australische Cent. Für 2009 sehen die Analysten unter Annahme eines Zinkpreises von nur 2.314 Dollar je Tonne 39 Australische Cent Gewinn. Daraus errechnen sich Kurs-/Gewinn-Verhältnisse (KGV) von 10 und 3. Euroz Securities kalkuliert damit sehr konservativ. Würde man die Zinkpreisschätzungen von Goldman Sachs zur Berechnung heranziehen, fielen die KGVs noch wesentlich niedriger aus.

Ein Engagement in Herald-Aktien ist jedoch nicht frei von Risiken. So hat die Mitteilung des Unternehmens, dass die gesamten Projektkosten mit 150 Millionen US-Dollar etwa 20 Millionen Dollar höher ausfallen werden als ursprünglich angenommen, im zurückliegenden November zu einem drastischen Kurseinbruch geführt. Solche Revidierungen sind jedoch bei Minengesellschaften normal. Zudem wartet man bei Herald auf eine wichtige Genehmigung von der indonesischen Umweltbehörde. Mit dieser wird allerdings schon seit einigen Monaten gerechnet – mit weiteren Verzögerungen muss in einem Land wie Indonesien immer gerechnet werden.

Kurspotenzial dank Meilenstein

Das Herald-Papier eignet sich für alle spekulativ eingestellten Investoren, die auf einen sehr günstig bewerteten Zinkwert setzen wollen. Die Produktionsaufnahme 2008 ist der nächste große Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens, der Kurspotenzial eröffnet. Der Termin kann allerdings nur gehalten werden, wenn die indonesische Umweltbehörde zuvor ihre Zustimmung erteilt.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 03/2007.

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