OHB
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Ziel TecDAX: Raumfahrt-Konzern OHB will hoch hinaus

Wenn ab 2016 auch Europa zum Mars fliegt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Mars-Roboterfahrzeug von einer OHB-Rakete zum Ziel gebracht wird. Die Aktie ist ein klarer Kauf.

Galaktisch: OHB schnappte vor drei Jahren dem Branchengiganten EADS-Astrium den Auftrag weg, 14 Positionssatelliten für das europäische Navigationssystem Galileo zu bauen. Die Bremer gelten - anders als die große Konkurrenz - als besonders pünktliche und zuverlässige Vertragspartner. Ein Ruf, der sich bestätigt und Anfang 2012 zu einem weiteren Auftrag von acht Galileo-Satelliten geführt hat. DER AKTIONÄR hat nun bei Firmenchef Marco Fuchs nachgefragt. Ruhige Stimme und hanseatisch bescheidenes Auftreten. Der gebürtige Hamburger lässt eigentlich lieber Auftragsmeldungen oder Gewinne für sich sprechen. Nun hat er doch ein Interview gegeben.

DER AKTIONÄR: Herr Fuchs, an der US-Marsmission ist OHB nicht beteiligt - haben Sie sich trotzdem gefreut?

http://www.deraktionaer.de/upload_beitrag/Portrait_MarcoFuchs_150x220_910570.jpg

Marco Fuchs: Ja, sehr. Denn dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Explorationsraumfahrt Begeisterung hervorruft. Das hilft auch uns. Die europäischen Raumfahrer sind glücklich, zeigen zu können, dass eine Marsmission gut angelegtes Geld ist. Ich hoffe daher, dass das europäische Programm „"ExoMars" durchgesetzt wird. An dieser Mission sind wir ganz wesentlich beteiligt.

Was sind weitere wichtige Trends?

Ein wichtiges Thema für uns sind Wettersatelliten, die aktuell in der Entwicklungsphase sind. In ein paar Jahren können diese bei uns hier in den Hallen integriert werden.

Aus welchen Bereichen erwarten Sie in naher Zukunft konkrete Bestellungen?

Beim Auftragseingang ist das Thema SAR-Lupe-Nachfolge interessant für uns. Wir rechnen uns dabei gute Chancen aus, zum Zug zu kommen.

Die Konjunkturschwäche in Europa bremst Ihr Geschäft also nicht?

Die Raumfahrt hat ihre eigenen Zyk­len. Im Moment ist keine Krisenstimmung erkennbar. Wachstumstreiber sind die immer ausgeprägtere Nützlichkeit und höhere Relevanz der Raumfahrt.

OHB hat mit Projekten wie Galileo überraschende Erfolg erzielt. Was macht OHB besser als die Konkurrenz?

Unsere Technologie ist robuster, kompakter, zuverlässiger. Wir können mit der Verkleinerung der Satelliten und der wichtiger werdenden Softwaresteuerung gut umgehen.

Was ist Ihre Vision für die Branche?

Ich glaube, dass wir in zehn Jahren eine viel breitere kommerzielle Raumfahrt haben werden als jetzt. Beispiele sind die Bereiche Telekommunikation, Navigation oder Wetter. In den USA werden sogar erste Astronauten-Projekte mit privatwirtschaftlichem Kapital abgewickelt.

OHB gilt als Kandidat für den Aufstieg in den TecDAX. Ist das realistisch?

Logisch, dass wir daran interessiert sind. Es ist unser strategisches Ziel, in den TecDAX zu kommen. Wir wollen zu diesem Zweck über eine Kurssteigerung an Marktkapitalisierung gewinnen. Wir müssten im Vergleich zu anderen Firmen überproportional beim Kurs zulegen. Das ist möglich, aber kein einfaches Unterfangen. 

Die günstige Bewertung hilft dabei ...

Das sehe ich genauso. Wenn wir noch mal 20 Prozent beim Kurs zulegen würden, wären wir schon ziemlich nahe an den TecDax-Kriterien dran. Wir sind zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Michel Doepke | 0 Kommentare

Überraschung bei OHB: Investor attackiert Management

In diesem Jahr ist die Aktie von OHB nicht zu bremsen: Seit April konnte das Papier einen steilen Aufwärtstrend etablieren und von 20 Euro auf über 34 Euro zulegen. Der Satellitenbauer überzeugte die Anleger vor allem mit der fundamentalen Entwicklung. Umso überraschender daher die Attacke von Guy … mehr