Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Zerstörung der Solarbranche? Solarworld-Chef im Interview

Solarworld-Chef Frank Asbeck äußerte sich am Wochenende in einem Interview zur geplanten Kürzung der Einspeisevergütung. Charttechnisch befindet sich die Aktie auf Messers Schneide.

Wenngleich sich abzeichnet, dass die drastische Förder-Kürzung in Deutschland ein Schlupfloch enthält, befürchtet Solarworld-Chef erhebliche Auswirkungen auf die Branche. Am Wochenende sprach er in einem Interview mit DERWESTEN von der "Zerstörung" großer Teile des Sektors. Frank Asbeck im Wortlaut: "Die Einspeisevergütung wurde bereits zum Jahresanfang um 10 Prozent gesenkt. Eine weitere Kürzung von 16 Prozent bereits im Sommer ist nicht darstellbar. Wir selbst haben eine Nettomarge im ein- bis knapp zweistelligen Bereich. Wenn man davon zehn Prozent Preissenkung abzieht, bleibt nicht viel übrig. Man wird die deutsche Solarindustrie damit erdrücken. (...) Kommt die Kürzung wie angekündigt, würde ein wesentlicher Teil der Branche zerstört. Und das ohne Notwendigkeit. Die Solarworld AG ist der leistungsfähigste Betrieb in der Branche, aber auch wir werden über kurz oder lang mit der Kürzung zu kämpfen haben. Wir haben in der Branche einen technischen Fortschritt von zehn Prozent. Nur diesen können wir auch in den Preisen weitergeben."

Auch die Frage nach aktuellen Vorzieheffekten antwortete Asbeck: "Natürlich ist eine Nachfragebelebung da. Viele wollen ihre Solaranlage noch zu den jetzigen Konditionen ans Netz bringen. Leider kommt uns derzeit das Wetter in die Quere. Die Bestellungen müssen nun in den nächsten Monaten abgearbeitet werden."

Gleichzeitig wies Asbeck auch noch einmal auf die Perspektiven der Solarbranche hin: "Die Solarindustrie hat das Potenzial, bis zum Jahr 2030 den gesamten Haushaltsstrom in der Bundesrepublik zur Verfügung zu stellen." Aktuell liegt der Solaranteil am deutschen Strommix erst bei rund zwei Prozent.

Kampf um wichtige Marke

Das Interview unterstreicht, dass es selbst Solarworld in den nächsten Monaten schwer haben wird. Zwar wird der Solarhersteller aufgrund der starken Marke, hohen Produktqualität und Fertigung in den USA auf lange Sicht zu den Gewinnern gehören, kurzfristig droht jedoch deutlicher Margendruck.

Immerhin: Die Aktie hat vorerst die extrem wichtige Marke bei 10,80 Euro verteidigt. Damit könnte sich ein doppelter Boden herausbilden. Zocker können kurzfristig auf eine Gegenbewegung spekulieren. Konservative Anleger warten eine Beruhigung des hochvolatilen Charts ab.

Hohe Short-Gewinne

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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