KWS SAAT
- DER AKTIONÄR

Zeit zu säen

Zurück zu den Wurzeln. Auch die Kapitalmärkte haben den Wert der "Soft Commodities" wiederentdeckt - Weizen und Maispreise steigen rasant. Denn die Ackerböden der Welt müssen neben dem wachsenden Hunger der Menschheit überdies deren Energiedurst stillen. In ihren Laboren und Gewächshäuser züchtet die KWS Saat AG daher immer ergiebigere Samen. Eine der Innovationen ist ein spezielles Produkt für die boomende Biogas-Branche.

Neuer Energie-Mais und Raps-Pflanzen versprechen eine reiche Ernte für den Saat-Spezialisten KWS Saat.

Zurück zu den Wurzeln. Auch die Kapitalmärkte haben den Wert der „Soft Commodities“ wiederentdeckt – Weizen und Maispreise steigen rasant. Denn die Ackerböden der Welt müssen neben dem wachsenden Hunger der Menschheit überdies deren Energiedurst stillen. In ihren Laboren und Gewächshäuser züchtet die KWS Saat AG daher immer ergiebigere Samen. Eine der Innovationen ist ein spezielles Produkt für die boomende Biogas-Branche: Atleticodie ist die erste als Bioenergiemais klassifizierte Sorte. Auch für Raps-Bauern, welche Biodiesel-Hersteller beliefern, züchtet KWS spezielle Produkte. „Wir werden das Geschäft mit Energiepflanzen sehr stark ausbauen“, so der KWS-Sprecher im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

Zucker-Krise überwunden

Noch ist diese Wachstumsfantasie von der Konsolidierung im bisherigen Hauptgeschäft mit Zuckerrüben-Saaten überschattet. Die EU-Zuckermarktreform sorgte innerhalb eines Jahres für eine rund 20-prozentige Reduzierung der europäischen Anbauflächen. KWS verlor 2005/06 (bis 30.06) 17 Prozent des europäischen Rübenumsatzes. Immerhin legten die Zucker-Umsätze außerhalb der EU um 15 Prozent zu, hohes Potenzial besitzen insbesondere Russland und die Ukraine. Insgesamt steigerte das Saatzuchtunternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um zwei Prozent auf 505 Millionen Euro, der operative Gewinn ging aber um 17 Prozent auf 47 Millionen Euro zurück. Doch die Krise ist Vergangenheit. Schon 2006/07 wird trotz eines erneuten Rückgangs im Zucker-Bereichs bei stabilem Umsatz ein Ergebniszuwachs erwartet.

Die Saat geht auf

„Mit dem laufenden Geschäftsjahr werden wir die Talsohle bei den Zuckerrüben-Saaten durchschreiten“, so KWS. Ab 2007/08 ist daher wieder kräftiges Wachstum des sehr gut aufgestellten Saat-Spezialisten zu erwarten. Schon jetzt werden drei Viertel der Umsätze im Ausland erzielt. Großes Interesse nach KWS-Produkten wird derzeit in Nordamerika, Südosteuropa und Osteuropa verzeichnet. Hauptwachstumstreiber wird in Zeiten steigender Energiepreise das Neugeschäft mit Energieplanzen sein.

Lohnende Investition

Noch steht das KWS-Licht unter dem Scheffel der Zucker-Krise. Doch ab 2007 wird das gesamte Potenzial des mit einem 2007er-KGV von 16 moderat bewerteten Saat-Züchters auch in Form guter Zahlen sichtbar werden. Eine KWS-Saat im Depot verspricht mittelfristig eine lohnende Ernte.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 48/2006.

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| Stefan Limmer | 0 Kommentare

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