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Zeit der Ernte

Aus Ungarn kommen dieser Tage fast nur Negativschlagzeilen. Nachdem der jüngst wiedergewählte Ministerpräsident Ferenz Gyurcsany zugegeben hat, dass er das Volk im Wahlkampf getäuscht hat ("Wir haben gelogen – morgens, mittags und abends"), kommt das Land nicht zur Ruhe. Trotzdem sollten die Anleger nicht den Fehler machen und Ungarn meiden. Denn die Budapester Börse ist in jedem Fall für ein paar positive Überraschungen gut.

Seit mehreren Jahren expandiert die OTP Bank in Osteuropa. Die Strategie zahlt sich nun aus.

Aus Ungarn kommen dieser Tage fast nur Negativschlagzeilen. Nachdem der jüngst wiedergewählte Ministerpräsident Ferenz Gyurcsany zugegeben hat, dass er das Volk im Wahlkampf getäuscht hat ("Wir haben gelogen – morgens, mittags und abends"), kommt das Land nicht zur Ruhe. Trotzdem sollten die Anleger nicht den Fehler machen und Ungarn meiden. Denn die Budapester Börse ist in jedem Fall für ein paar positive Überraschungen gut.

Großes Wachstum

Vor allem die Aktie der OTP Bank ist einen genauen Blick wert. Das Finanzunternehmen ist nicht nur im heimischen Markt stark positioniert, sondern expandiert seit einigen Jahren massiv in anderen osteuropäischen Staaten. In Russland etwa besitzt die OTP Bank 96,4 Prozent an der Investsberbank. Außerdem hält der Konzern Beteiligungen unter anderem in der Ukraine, in der Slowakei, in Kroatien und in Montenegro. Umgerechnet 1,9 Milliarden Euro hat sich die OTP Bank die Akquisitionen und Beteiligungen in den vergangenen fünf Jahren kosten lassen. Angesichts des Potenzials, das Osteuropa bietet, sollte sich diese Summe schon bald rentieren. So hat etwa das russische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 5,5 Prozent zugelegt. Bulgarien kam auf ein Plus von 5,6 Prozent und die Slowakei sogar auf 6,3 Prozent.

Investor steigt ein

Als positiv für den Aktienkurs werten Analysten zudem den Einstieg des russischen Multimillionärs Mikhail Rahimkulovs bei OTP. Rahimkulov, der früher Manager beim russischen Energieriesen Gazprom war, will seinen Anteil an der Bank noch in diesem Jahr auf acht bis zehn Prozent aufstocken. Hauptmotiv hierfür ist laut dem Investor die jüngste Expansion der OTP Bank nach Russland und in die Ukraine. Diese könnte der Gesellschaft große Gewinne bringen, sagt er.

Unfassbar günstig

Mit einem aktuellen 2007er-KGV von nur 9 zählt die Aktie der OTP Bank zu den günstigsten Finanztiteln der Welt. Die Osteuropa-Expansion dürfte für eine Fortsetzung des positiven Gewinntrends sorgen. Da ein Investment in einen Emerging-Market-Titel mit höheren Risiken verbunden ist, dient die OTP-Aktie aber nur zur Depotbeimischung.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 41/2006.

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