- DER AKTIONÄR

Zapf Creation - Verrechnet

Der Puppenhersteller Zapf Creation kommt nicht zur Ruhe. Als wäre der Kampf um Marktanteile nicht hart genug, stellt jetzt ein Wirtschaftsprüfer auch noch Fehler im vergangenen Jahresabschluss fest.

Der Puppenhersteller Zapf Creation kommt nicht zur Ruhe. Als wäre der Kampf um Marktanteile nicht hart genug, stellt jetzt ein Wirtschaftsprüfer auch noch Fehler im vergangenen Jahresabschluss fest.

Von Steffen Eidam

Dem unter massiven Absatzschwierigkeiten leidenden Puppenhersteller Zapf Creation steht neuer Ärger ins Haus. Ein Wirtschaftsprüfer hat festgestellt, dass bestimmte Aufwandspositionen im Geschäftsjahr 2004 nicht korrekt verbucht wurden. Im Klartext: Das im SDAX gelistete Unternehmen muss wohl eine neue Bilanz erstellen. An der Börse werden einem solche Nachrichten übel genommen. In der Spitze verliert die Zapf-Aktie heute rund sechs Prozent.

Falsche Bilanz

Das tut weh. Der ohnehin gebeutelten Gesellschaft aus dem oberfränkischen Rödental droht neuer Ärger. Ein von der Geschäftsführung bestellter Wirtschaftsprüfer hat Ungereimtheiten im Jahresabschluss des vergangenen Jahres festgestellt. "Aus heutiger Sicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Jahresabschlüsse des Geschäftsjahres 2004 für nichtig erklärt und mit umfangreichen Korrekturen neu erstellt werden müssen", erklärte Zapf in einer Pflichtmitteilung. Das Unternehmen will nun eine Sonderprüfung einleiten. Darüber hinaus werde man prüfen, inwieweit strafrechtliche Schritte gegenüber den Verantwortlichen eingeleitet werden müssen. Falsche Daten habe es hauptsächlich bei Aufwandspositionen bei der amerikanischen Tochtergesellschaft gegeben.

Mieses Geschäft

Der Puppenprofi Zapf hat seit geraumer Zeit Absatzprobleme insbesondere in Deutschland und den USA. In Zeiten konjunktureller Schwäche trifft es die Hersteller von Luxusgütern - mit hochpreisigen Produkten verdient sich Zapf diese Bezeichnung - ohnehin am stärksten. Erst Ende Juli offenbarten die Oberfranken, dass die Verluste noch höher ausfallen werden als ursprünglich angenommen. Im zweiten Halbjahr wollte man aber die ersten Früchte des selbstauferlegten Sanierungsprogramms ernten, wenngleich auf Jahressicht ein Verlust anfallen werde.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV