- DER AKTIONÄR

Zahlen hui - Ausblick pfui!

Der US-Konzern Adobe Systems glänzt mit seinen Zweitquartalsergebnissen, liegt mit seinem Ausblick jedoch "nur" im Rahmen der Erwartungen. Zudem drohen einige Aktionär mit Klagen. Die Aktie verliert deutlich an Boden.

Der US-Konzern Adobe Systems glänzt mit seinen Zweitquartalsergebnissen, liegt mit seinem Ausblick jedoch "nur" im Rahmen der Erwartungen. Die Aktie verliert deutlich an Boden.

Von Stefan Eichner

Der US-Softwarehersteller Adobe Systems hat im abgelaufenen Quartal ein Rekordergebnis eingefahren und den Überschuss von 109,4 Millionen Dollar oder 22 US-Cent je Aktie auf 149,8 Millionen respektive 29 US-Cent gesteigert. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf 496 Millionen Dollar. Dies sei der höchste Umsatz, der je erzielt worden sei, hieß es aus der Adobe-Unternehmenszentrale in San Jose. Vorstandschef Bruce Chizen kann mit dem Geschäftsverlauf hochzufrieden sein, schließlich verzeichnete sein Unternehmen nach eigener Aussage Zuwächse in allen Märkten und sämtlichen Produktgruppen.

Ausblick nur "in line"

Mit dem vorgelegten Quartalsergebnis übertraf Adobe sowohl die eigenen Erwartungen als auch die der Analysten. Von Friede, Freude, Eierkuchen kann jedoch keine Rede sein. Einerseits zeigten sich die Analysten vom Ausblick für das laufende Quartal enttäuscht: Hier rechnet Vorstandschef Chizen aufgrund des traditionell schwächeren Absatzes in den Sommermonaten mit einem leichten Gewinnrückgang. 25 bis 27 Cent lautet die Prognose, der Umsatz soll bei 470 bis 490 Millionen Dollar liegen. Mit diesen Eckdaten trifft Adobe genau die Schätzungen - und das ist den Experten an der Börse bekanntlich stets zu wenig. Diese bezeichnen den Ausblick als "zu konservativ" und rechnen bereits jetzt mit einer Anhebung der Prognose im Laufe des Quartals.

Aktionäre verstimmt

Die enttäuschten Analysten sind für Chizen sicherlich das kleinere Übel. Viel mehr Kopfzerbrechen dürfte ihm das Verhalten einiger Aktionäre machen. Diese hatten im Zuge der geplanten Übernahme von Macromedia Klage eingereicht. Grund: Adobe will seinen Wettbewerber für 3,4 Milliarden Dollar übernehmen. Allerdings hatte Macromedia in der vergangenen Woche sein Ergebnis für die vergangenen sechs Jahre aufgrund von Abrechnungsfehlern korrigieren müssen. Dies schmeckt den Anteilseignern natürlich nicht - sie drohen mit einer juristischen Auseinandersetzung. Bruce Chizen hingegen bezeichnet die Klagen als haltlos.

Die Börsianer sind jedoch skeptisch, wie der Kursverlauf der Adobe-Aktie zeigt: Die Titel brachen gestern im nachbörslichen Handel zeitweise über sechs Prozent auf rund 30,40 US-Dollar ein. In Deutschland geben die Papiere bis 10 Uhr 3,5 Prozent auf 25,39 Euro ab.

 

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