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- Alfred Maydorn - Redakteur

YY: 400-Prozent-Aktie vor Kursexplosion

YY ist ein chinesisches Social Network, das sich vor allem auf Karaoke spezialisiert hat. Die Aktie hat seit Anfang 2013 um über 400 Prozent zugelegt. Das hat nicht nur den Lesern des AKTIONÄR satte Gewinne beschert, sondern auch zahlreiche Leerverkäufer angelockt. Und das wiederum könnte sich letztlich als neuer Kurstreiber herausstellen.

 

Eine chinesische Aktie, die bei weit über 50 Dollar notiert – und dann auch noch aus dem ohnehin vollkommen überteuerten Social-Network-Markt –, ein geradezu ideales Ziel für professionelle Leerverkäufer. Und tatsächlich schienen die Pessimisten unter den Anlegern in den vergangenen drei Monaten Recht zu bekommen. Die Aktie von YY verlor trotz der Vorlage sehr guter Zahlen und einiger positiver Analystenkommentare deutlich an Wert, der Kurs rutschte von 90 auf zeitweise nur noch knapp über 50 Dollar ab. Aber statt ihre Positionen glattzustellen und den Gewinn mitzunehmen, wurden durch die fallenden Kurse immer neue Leerverkäufer angelockt.

 

Leerverkäufer „greifen zu“

Mitte März, als die Aktie von YY noch nahe ihrem Allzeithoch notierte, belief sich die Zahl der leerverkauften Aktien auf 1,6 Millionen Stück. Einen Monat später – der Kurs war auf etwa 65 Dollar zurückgefallen – waren schon 3,4 Millionen Aktien von YY leerverkauft. Und als der Kurs Mitte Mai schließlich auf sein Korrekturtief von gut 50 Dollar abgerutscht war, schnellte die Zahl der leerverkauften YY-Aktien sogar auf den Rekordwert von 5,8 Millionen nach oben. Die letzten verfügbaren Zahlen stammen vom 30. Mai, zu diesem Zeitpunkt waren noch immer 5,6 Millionen Aktien leerverkauft.

 

Starke Kurssprünge

Die wachsende Zahl an Leerverkäufern „erklärt“, warum eine Aktie trotz noch so guter Nachrichten recht deutlich und auch recht lange fallen kann. Und sie kann ein guter Indikator für zukünftige Entwicklungen sein. Wie diese aussehen können, hat die jüngste Bewegung der Aktie aufgezeigt. YY hat zuletzt immer wieder kräftig zulegen können, ohne dass es Nachrichten oder neue Analystenkommentare gegeben hätte. Die große Schar der Leerverkäufer wurde in Aufruhr versetzt und hat sie dazu gebracht, ihre Short-Positionen zum Teil zu schließen, sprich ihre leerverkauften Aktien zurückzukaufen.

 

Solides Unternehmen

Denn einfache Rechnung der Leerverkäufer – fragwürdige China-Aktie plus optisch hoher Kurs plus überteuerter Social-Network-Wert – ist scheint nicht aufzugehen. Denn YY ist alles andere als fragwürdig, das Unternehmen hat mit PwC einen der weltweit vier führenden Konzerne als Wirtschaftsprüfer und wurde von den drei namhaften Großbanken Morgan Stanley, Citigroup und der Deutschen Bank Ende 2012 an die Börse gebracht.

 

Alles andere als teuer

Der Kurs mag optisch vergleichsweise hoch sein, aber von der Bewertung her ist YY alles andere als teuer. Auf Basis der vermutlich deutlich zu niedrigen Gewinnschätzungen für 2015 liegt das KGV bei 221– und damit im Vergleich zu anderen Social Networks alles andere als teuer. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass YY im Gegensatz zu Facebook oder Twitter noch immer mit Volldampf wächst und in der Lage ist, neue Geschäftsfelder zu erschließen, wie etwa zuletzt das neue Online-Bildungsportal 100.com.

 

Kursexplosion dank Shortsqueeze

YY ist nicht irgendeine überteuerte China-Klitsche, dessen viel zu hoher Aktienkurs jederzeit in sich zusammenbrechen kann, sondern ein rasant wachsendes Social-Network-Unternehmen mit namhaften Partnern, starken Zahlen und einer attraktiven Bewertung. Die Aktie von YY hat noch jede Menge Luft nach oben. Zudem ist jederzeit ein von sich eindeckenden Leerverkäufern ausgelöster Shortsqueeze möglich, der zu einer wahren Kursexplosion führen kann.

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