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- Benedikt Kaufmann

YouTube plant Musik-Dienst – es winken Milliardenumsätze

Aller guten Dinge sind Drei: Laut einem Bericht von Bloomberg plant YouTube zum dritten Mal einen Musik-Streaming-Dienst einzuführen. Mit der Warner Music Group unterstützt bereits einer der drei großen Plattenkonzerne den erneuten Vorstoß – die Gespräche mit Sony und Universal laufen noch, so die Insiderquellen.

Versöhnung mit den Plattenbossen

Zwei Jahrzehnte plagte sich die Musikindustrie mit fallenden Umsätzen. Gebrannte CDs und kopierte MP3s machten den Plattenlabels das Leben schwer. Mittlerweile treiben die Streaming-Dienste wie Spotify oder Apple Music die Erlöse wieder an. Allein im ersten Halbjahr 2017 wuchsen die Umsätze um 17 Prozent – über die Hälfte davon entfiel auf das Musik-Streaming.

Doch das wiedererlangte Wachstum könnte noch größer sein, so die Musikkonzerne, wäre da nicht YouTube. Denn Googles Video-Streamer eignet sich hervorragend zum Musikhören. An Musikvideos verdient Google durch die Platzierung von störender Werbung, die großen Plattenfirmen werden dagegen kaum kompensiert. Der neue Abo-Dienst soll jetzt die Musikindustrie besänftigen und gleichzeitig eine von Werbung unabhängige Umsatzquelle schaffen.

Ein Riesengeschäft

Das Streaming von Musik ist eine Goldgrube: Die Nutzerzahl von Spotify schoss auf über 140 Millionen, davon 50 Millionen zahlende Kunden – Apple Music wuchs auf über 30 Millionen Abonnenten. Ob auch YouTube ein erfolgreicher Musik-Dienst gelingt bleibt abzuwarten. Bisher fiel der Erfolg eher mäßig aus. 2011 veröffentlichte der Konzern Google Play Music. Im Jahr 2014 kam YouTube Music Key, der seinen Abonnenten werbefreie Musikvideos bot. Beide Dienste wurden 2016 zu YouTube Red zusammengeschnürt – ebenfalls ohne Erfolg.

Gelingt es Google jedoch einen Musik-Dienst zu etablieren, locken Milliardenumsätze. Allein in den USA haben Shopify und Apple Music satte 1,7 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2017 umgesetzt. Möglicherweise klappt es beim dritten Versuch.

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