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- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Yahoo + Yelp = neuer Gegner für Google?

Marissa Mayer, Yahoo, 20130429

Marissa Mayer sitzt seit 18 Monaten bei Yahoo im Chefsessel. Bislang blieb die smarte Managerin den Beweis schuldig, dass sie den Internetpionier auf einen Wachstumskurs manövrieren kann. Mithilfe von Yelp soll das Ruder nun herumgerissen werden. Der kolportierte Deal riecht nach Verzweiflungstat - oder steckt mehr dahinter?

Was ist passiert?

Das Wall Street Journal berichtet unter Berufung auf gut informierte Kreise eine geplante Kooperation zwischen Yahoo und Yelp. Yelp ist das führende lokale Bewertungsportal im Internet, auf dem sich Nutzer über die Qualität von Restaurants, Werkstätten und Arztpraxen in ihren Städten auslassen. Yahoo will die Ergebnisse zukünftig in das eigene Web-Angebot einbinden und damit seine Relevanz bei den Nutzern erhöhen.

Was bedeutet das?

Yahoos Marktanteil bei der Suche ist in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent eingebrochen und betrug im Dezember 2013 noch elf Prozent (lt. Comscore). Zum Vergleich: Bing (Microsoft) brachte es im selben Zeitraum auf 17 Prozent und Google auf 67 Prozent.

Yelp ist in der Nische mit lokalen Bewertungen erfolgreich. 2013 steigerte das Unternehmen die Erlöse um 69 Prozent auf 233 Millionen Dollar. Alleine im vierten Quartal verzeichnete das Angebot 120 Millionen Unique Visitors (+39 Prozent gg. Vorjahr). 

Wie geht es weiter?

Marissa Mayer versucht mit allen Mitteln, das operative Geschäft bei Yahoo zu beleben - bislang erfolglos. Der Internetpionier stagniert seit etlichen Quartalen beim Umsatz, die Zuwächse beim Gewinn sind das Ergebnis von umfangreichen Kostensenkungsmaßnahmen. Die Geduld der Investoren mit der ehemaligen Google-Managerin Mayer neigt sich dem Ende entgegen, der Content-Deal mit Yelp erscheint tatsächlich eher wie eine Verzweiflungstat. 

Fazit: Die Partnerschaft, so sie denn kommt, dürfte vor allem dem Kurs von Yelp auf die Sprünge helfen. Die Aktie des Bewertungsportals hat sich allein seit Jahresbeginn um 30 Prozent in die Höhe geschraubt und notiert nahe des Allzeithochs. Für Yahoo scheint der positive Effekt hingegen überschaubar, zumal Google mit Google Local bereits etwas Vergleichbares im Angebot hat.

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