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Wohin fließt das Geld?

Im letzten Jahr wurden rund um den Globus Rekordsummen investiert. Auf welche Länder sollten Anleger achten? DER AKTIONÄR zieht einen globalen Vergleich.

Im letzten Jahr wurden rund um den Globus Rekordsummen investiert. Auf welche Länder sollten Anleger achten? DER AKTIONÄR zieht einen globalen Vergleich.

Von Sebastian Grebe

Die größte Überraschung für mich war, in welchem Umfang die USA ihren ,Appetit' auf Investitionen im Ausland wiedergefunden haben." Mit diesen Worten kommentiert Hans Christiansen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Ergebnisse einer aktuellen Studie. Die Untersuchung, an der Christiansen verantwortlich mitwirkte, beschäftigte sich mit den weltweiten Auslandsinvestitionen der einzelnen Volkswirtschaften. Ergebnis: Die Industriestaaten der OECD haben ihre Auslandsinvestitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht.

USA Top, Europa Flop?

Dabei stellten US-Unternehmen mit 252 Milliarden Dollar einen neuen Investitionsrekord auf. Gleichzeitig waren die USA mit einem Volumen von 107 Milliarden Dollar auch das bevorzugte Ziel für Gelder aus anderen Volkswirtschaften. Als relativ unattraktiv erscheinen dagegen Deutschland, Frankreich und Italien, denen es im letzten Jahr nicht gelang, verstärkt ausländisches Kapital anzuziehen. Hier ist die Politik gefragt. "Die Fähigkeit Europas, in Zukunft wieder attraktiver für Investitionen zu werden, hängt in hohem Maße davon ab, ob es gelingt, die richtigen Strukturen zu schaffen", so Christiansen.

Kapitalmagnet China

Außerhalb des Kreises der OECD-Länder stechen vor allem die Zahlen für China ins Auge. Die Volksrepublik zog ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 54,9 Milliarden Dollar an und untermauerte damit ihren Status als Tummelplatz internationaler Investoren. Allerdings ist der unverminderte Zustrom ausländischen Kapitals nicht ausschließlich positiv zu beurteilen. Erste Experten warnen bereits vor einem "Hard Landing" der chinesischen Wirtschaft. OECD-Mann Christiansen hält vor allem den Immobilienbereich für überhitzt.

Geheimfavorit Indien

Sehr interessante Perspektiven für die nächsten Jahre bietet der indische Subkontinent. Das offiziell ausgewiesene Wachstum ausländischer Direktinvestitionen erscheint im Vergleich mit anderen aufstrebenden Nationen eher bescheiden. Jedoch werden die Zahlen der wirklichen Situation nicht gerecht - in die indische Erfassung fließen etliche wichtige Geldströme nicht mit ein. Im nächsten Jahr sollen die indischen Daten nach dem allgemeinen Standard erhoben werden, so dass sie mit einer positiven Überraschung aufwarten dürften. Das überzeugt auch Hans Christiansen: "India is just waiting to happen".

Folgen Sie dem Kapital!

Gemessen am Investitionsvolumen hat sich die Stimmung der Weltwirtschaft gegenüber dem Vorjahr deutlich aufgehellt. Anleger sollten den internationalen Geldströmen folgen und einen Teil ihres Portfolios in aufstrebenden Schwellenländern investieren. Sehr interessant, wenn auch sehr spekulativ, erscheint dabei Indien.

Artikel aus DER AKTIONÄR (28/05).

 

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