- DER AKTIONÄR

Wo bin ich?

Von Markus Horntrich

Die Zeiten, in denen man sich den Weg durch fremde Städte und Länder mühsam mit Karte und Kompass suchen musste, sind lange vorbei. Heutzutage reicht dafür ein einfaches Handy. Es kann zwar nicht die Himmelsrichtung bestimmen, findet dafür aber die nächstgelegenen Tankstellen, Restaurants oder Hotels und holt in Notfällen sogar Hilfe. Möglich wird dies durch standortbezogene Dienste, zu neudeutsch Location Based Services (LBS), die im Mobilfunkgeschäft eine immer größere Bedeutung bekommen. Jahrelang passierte beim Thema LBS nicht wirklich viel, außer dass ausgiebig darüber geredet wurde. Mittlerweile ist die dazu notwendige Technologie - Voraussetzung sind GPS-fähige Endgeräte - jedoch erschwinglich und die Gerätehersteller gehen dazu über, Handys, Notebooks, PDAs, etc. mit GPS-Modulen auszustatten. Bei Strategy Analytics rechnet man im laufenden Jahr mit einem Umsatzvolumen für Location Based Services von 6,5 Milliarden Dollar allein in den USA und mit rund neun Milliarden Dollar in Europa.

Wachstumsstark

Zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehören Technologieanbieter wie die kalifornische SiRF Technology. Die in San Jose ansässige Firma verfügt über eine einzigartige Technologie, um Kunden wie Nokia, Motorola, Sony Ericsson, Hitachi, Intel, NEC oder NTT DoCoMo mit maßgeschneiderten Lösungen für GPS-fähige Chipsets und Software zu versorgen. Damit sind eine Vielzahl von Anwendungen möglich: Navigation im Automobil, automatischer Notruf mit entsprechender Positionsangabe bei einem Unfall oder etwa die Standortbestimmung der eigenen Kinder, falls diese sich verlaufen haben oder gar entführt wurden. Die Technologie ist reif für den breiten Markt, was SiRF Technology in den nächsten Jahren ordentliche Wachstumsraten bescheren sollte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 setzte das kalifornische Technologieunternehmen 117 Millionen Dollar um, was einem Umsatzplus von 60 Prozent entspricht. Dabei erzielte SiRF einen Gewinn je Aktie von 0,64 Dollar, wobei sich ein Steuereffekt in Höhe von rund 0,32 Dollar je Aktie positiv auf den Jahresüberschuss auswirkte. 2005 werden die Erlöse auf schätzungsweise 135 Millionen Dollar klettern. Unter dem Strich dürfte dann (ohne steuerlichen Sondereffekt) 0,42 Dollar je Aktie übrig bleiben, was einem Gewinnwachstum von 30 Prozent entspricht. Im Folgejahr rechnen Analysten sogar mit einem noch deutlicheren Plus von über 50 Prozent auf 0,65 Dollar je Aktie.

Fazit: Günstiges Langfristplay. SiRF Technology ist mit einem 2006er-KGV von 17 in Anbetracht der hohen Wachstumsraten moderat bewertet. Die Aktie eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger, die den Trend zu standortbezogenen Diensten "spielen" wollen. Auf Sicht von zwölf Monaten sind Kurse von 17 Dollar realistisch. Orders in Deutschland sollten nur limitiert abgegeben werden, der Handel in New York jedoch bevorzugt werden.

Wachstumsstarker Small Cap

Sirf Technology

 

ISIN US82967H1014
Kurs am 03.03.2005 8,57 €
Empfehlungskurs 8,17 €
Ziel 13,00 €
Stopp 7,00 €
KGV 05e 26
Chance/Risiko 4/3

 

Hinweis: Der Artikel ist in Ausgabe #10/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

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