Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Wieder fest in Bärenhand

Bei der Aktie von Wirecard haben erneut die Bären das Ruder fest in der Hand. Im schwachen Gesamtmarkt geht es am Donnerstagmorgen um über vier Prozent bergab. Die zwischenzeitlichen Gewinne vom Wochenbeginn sind damit dahin, stattdessen rückt das 6-Monats-Tief von Mitte November nun wieder in den Fokus.

Seit dem DAX-Aufstieg geht es bergab

Gerade mal drei Monate ist es her, da hat die Aktie des Zahlungsabwicklers kurz vor dem heißersehnten DAX-Einzug bei 199 Euro ihren bisherigen Höchststand erreicht. Seitdem hat sie rund 35 Prozent verloren und dabei wichtige Chartmarken wie die 200-Tage-Linie verletzt. Trotz des Rücksetzers beläuft sich das Kursplus seit Jahresbeginn aber noch auf rund 40 Prozent – Bestwert im DAX. Im rauer werdenden Marktumfeld dürften also speziell bei Wirecard auch Gewinnmitnahmen früher Investoren eine Rolle spielen.

Mit einem 2019er-KGV von 33 ist Wirecard darüber hinaus die teuerste Aktie im deutschen Leitindex. Erst mit einigem Abstand folgen Baiersdorf (26), Linde (24) und Adidas (21). Nun kann man argumentieren, dass der Zahlungsabwickler in der Vergangenheit stark gewachsen ist und – gemessen an Unternehmensprognosen und Analystenschätzungen – auch zukünftig gute Wachstumschancen hat. In turbulenten Börsenzeiten sind es allerdings genau diese hochbewerteten Titel, die Anleger als erstes aus dem Depot kicken.

Aktie leidet im schwachen Markt

Entsprechend geht es mit dem Kurs am Donnerstagvormittag im schwachen Gesamtmarkt erneut um vier Prozent bergab. Hatte es im Zuge der deutlichen Erholung zu Wochenbeginn noch Hoffnung auf eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie bei rund 144 Euro gegeben, muss die Aktie nun erneut um die Marke von 130 Euro kämpfen. Mitte November wurde diese schon einmal gerissen und bei 124,40 Euro ein neues 6-Monats-Tief markiert.

Das Chartbild der Wirecard-Aktie bleibt somit angeschlagen, die Lage volatil. Mehrere Erholungsversuche haben sich in den letzten Wochen als Strohfeuer erwiesen. Unter diesen Vorzeichen drängt sich ein (Wieder-)Einstieg aktuell nicht auf.

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