Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Pulver verschossen?

Optimistische Langfrist-Ziele haben der Aktie von Wirecard am Dienstag Rückenwind gegeben. Obwohl daraufhin immer mehr Analysten dem Wirecard-Fanclub beitreten, knickt die Aktie am Mittwoch erneut ein.

Auf Charles Brennan von Credit Suisse hat die Zuversicht des Wirecard-Vorstands hinsichtlich der operativen Dynamik des Zahlungsabwicklers bei der gestrigen Investorenveranstaltung Eindruck gemacht: Der Analyst hat den DAX-Neuling am Mittwoch von „Neutral“ auf „Outperform“ hochgestuft und sein Kursziel von 200 Euro bestätigt. Das für den Zeitraum von 2020 bis 2025 anvisierte jährliche EBITDA-Wachstum um 30 Prozent sei bei der Hochstufung ebenso berücksichtigt worden wie der jüngste Rücksetzer vom bisherigen Allzeithoch.

Auch Stephane Houri von Oddo BHF nutzt die neue Prognose, um ins Lage der Wirecard-Bullen zu wechseln. Er hat die Papiere des Zahlungsabwicklers ebenfalls von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel um satte 53 Prozent auf 230 Euro erhöht.

Bereits am Dienstag hatten die Analysten von Goldman Sachs und Barclays die neuen Ziele positiv gewürdigt und ihre jeweiligen Kaufempfehlungen bestätigt. Nach Daten von Bloomberg raten inzwischen 22 Analysten zum Kauf der Wirecard-Aktie. Dem gegenüber stehen acht Halte- und lediglich eine einzige Verkaufsempfehlung. Mit einem Konsensziel von 205,72 Euro sehen die befragten Analysten im Schnitt noch rund 18 Prozent Kurspotenzial auf Sicht der nächsten zwölf Monate.

Aktie konsolidiert – Watchlist!

Zwar konnte Wirecard am Dienstag einen großen Teil der Verluste vom Wochenbeginn ausgleichen, die bullishen Aussagen von Vorstandschef Braun zu den Wachstumszielen im Handelsblatt-Interview und neue Langfristprognose anlässlich des gestrigen „Innovation Day“ konnten kurzfristig jedoch keine neue Rallye in Gang bringen.

Die Anleger sind in den letzten Wochen vorsichtiger geworden. Die sportliche Bewertung mit einem KGV von 64 und einem KUV von 11 dürfte dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Angst vor einer anhaltenden Konsolidierung der beeindruckenden 300-Prozent-Rallye der vergangenen drei Jahre. Auch DER AKTIONÄR rät daher, weiterhin an der Seitenlinie zu bleiben.

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