Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Interne Untersuchung entlastet Mitarbeiter – Aktie trotzdem unter Druck

Der beschuldigte Mitarbeiter im Zentrum des angeblichen Bilanz-Skandals bei Wirecard in Singapur wurde nach Unternehmensangaben inzwischen entlastet. Die Freude der Aktionäre über die vermeintlich gute Nachricht währte am Donnerstag allerdings nur kurz – im Tagesverlauf ist die Aktie erneut deutlich ins Minus gerutscht.

Interne Untersuchung hätten den für die Buchhaltung im Raum Asien-Pazifik verantwortlichen Manager entlastet, teilte eine Wirecard-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Vorwürfe der Financial Times wegen angeblichen Betrugs und Bilanz-Tricksereien hätten sich nicht bestätigt. Der namentlich nicht genannte Mitarbeiter, bei dem es sich um Edo Kurniawan handeln dürfte, bleibe jedoch bis zum vollständigen Abschluss der Untersuchung beurlaubt.

Der mit Spannung erwartete Abschlussbericht der vom Unternehmen mit einer Prüfung beauftragen Kanzlei Rajah & Tann lässt nämlich weiter auf sich warten – und damit Spielraum für neue Spekulationen. So berichtete die Financial Times am Dienstag, dass der Manager – eine zentrale Figur im vermeintlichen Betrugsfall – seit Wochen vermisst wird. Zudem soll Wirecard versucht haben, die Ermittlungen der Behörden in Singapur zu behindern – was Zweifel an der Bereitschaft zur vollumfänglichen Kooperation und dem Willen zur schnellen Aufklärung aufkommen ließe.

Aktie sehr volatil – high risk!

Die Wirecard-Aktie reagiert derweil hochsensibel auf die anhaltende Ungewissheit. Hatte sie sich am Donnerstagvormittag zunächst von den Vortagesverlusten erholen und in der Spitze fast fünf Prozent zulegen können, ging es am Nachmittag erneut deutlich bergab. Auch wenn sich sich der Kurs kurz vor Handelsschluss im Bereich von 115 Euro stabilisieren kann, sind die Gewinne von Ende letzter und Anfang dieser Woche bereits wieder Geschichte.

Der Stoppkurs der Trading-Wette des AKTIONÄR aus Ausgabe 11/2019 blieb bislang aber unverletzt – entsprechend können spekulative Anleger weiterhin auf eine Erholungsrallye im Falle einer Entlastung durch den Compliance-Bericht setzen.

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