Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Gewinnmitnahmen trotz Blockchain-News

Zum Ausklang einer starken Woche muss die Aktie von Wirecard einen Teil ihrer jüngsten Gewinne abgeben. Blockchain-News und positive Analystenkommentare hatten kurz zuvor noch für ein neues Allzeithoch gesorgt.  

Der äußerst erfolgreiche Börsengang des niederländischen Peers Adyen zur Wochenmitte sowie positive Analystenkommentare haben dem Kurs in den letzten Tagen Rückenwind gegeben. Am Donnerstag hatte Analyst Marius Fuhrberg von Warburg Research den erfolgreichen Börsengang und die Bewertung von Adyen als positive Signal für den deutschen Zahlungsabwickler bezeichnet und seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 170 Euro bestätigt.

Noch deutlich optimistischer ist Sebastien Sztabowicz von Kepler Cheuvreux, der ebenfalls sein „Buy“-Rating bestätigt und den fairen Wert von 135 auf 185 Euro hochgesetzt hat. Selbst vom am Donnerstag erreichten Allzeithoch bei 158,10 Euro signalisiert der Analyst damit weitere 17 Prozent Kurspotenzial – Bestmarke unter den 28 Analysten, die die Wirecard-Aktie laut Bloomberg vefolgen. Zur Begründung verwies Sztabowicz auf die positive operative Entwicklung: Er kalkuliert nun bis 2020 mit einem Wachstum aus eigener Kraft im mittleren 20-Prozent-Bereich.

Wirecard goes Blockchain

Ebenfalls am Donnerstag hatte Wirecard selbst mit Blockchain-News für Aufsehen gesorgt. Der Zahlungsabwickler erweitert seine bestehende digitale Payment- und Banking-Plattform um eine Supply-Chain-Payment-Lösung auf Basis der Blockchain-Technologie. Der Prototyp konzentriert sich auf die Verknüpfung von Händlern und Produzenten, sie erfasst alle Geschäftsprozesse fälschungssicher in „Smart Contracts“ – digitale Verträge auf Basis von Blockchain-Technologie – und wickelt die Zahlungen ab.

Alle Schritte der Handelskette, von der Vertragsgestaltung über die Sicherung der Qualität bis zur Garantie der Herkunft, sollen dabei in einer dezentralen Datenbank abgebildet werden. Ziel ist die Digitalisierung die weltweiten Warenwirtschaftsströme, in denen heute viele Parteien involviert sind und noch viele Prozesse auf analogen Datenträgern wie Fax oder Schriftstücken aufbauen.

Positiv: Trotz des satten Wachstums ruht sich Wirecard nicht auf den Lorbeeren aus und scheut sich nicht, frühzeitig innovative Technologien einzubeziehen. Langfristig sollte sich diese Strategie auszahlen.

Gewinnmitnahmen kein Grund zur Panik

Nach zwölf Gewinntagen in Folge und Rekordständen wie am Fließband ist bei Wirecard vor dem Wochenende eine kleine Verschnaufpause angesagt. Im durchwachsenen Gesamtmarkt gehört die Aktie mit einem Abschlag von rund fünf Prozent zu den größten Verlierern im TecDAX. Nach über 60 Prozent Plus seit Jahresbeginn ist das kein Beinbruch. Trader können mit engem Stopp dabeibleiben. 

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