Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Es kommt noch dicker – jetzt die Notbremse ziehen?

Berichte, wonach die Strafverfolgungsbehörden in Singapur nun auch das Indien-Geschäft von Wirecard – und dabei speziell eine Übernahme aus dem Jahr 2015 – ins Visier nehmen, bringen die Aktie des Zahlungsabwicklers am Freitagmorgen erneut deutlich unter Druck. Auch ersten Analysten reißt nun der Geduldsfaden.

Analyst Josh Levin von der Citigroup hat die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 144 Euro auf 100 Euro gesenkt. Mit einer Kurserholung innerhalb des nächsten zwölf Monate rechnet er also nicht. Zwar bleibt das Gros der Analysten nach wie vor äußerst optimistisch, doch je länger die Unsicherheit und die Talfahrt der Aktie andauert, desto wahrscheinlicher werden weitere Neubewertungen.  

Dass es ausgerechnet im Asien-Geschäft scheinbar an immer mehr Ecken brennt, ist dabei besonders brisant – gemessen an Umsatz und operativem Ergebnis (EBITDA) ist die Region nach Europa (inklusive Deutschland) die zweitwichtigste für das Unternehmen. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018 hat Wirecard dort laut Halbjahresbericht 43 Prozent des Gesamtumsatzes und 41 Prozent des Konzern-EBITDAs verdient.

 

Quelle: Unternehmen

Spiel auf Zeit statt Comeback?

In Anbetracht der sich ausweitenden Ermittlungen gegen Wirecard hält es DER AKTIONÄR zunehmend für unwahrscheinlich, dass der langersehnte Compliance-Bericht der vom Unternehmen beauftragen Kanzlei Rajah & Tann sämtliche Zweifel ausräumen kann. Gewichtiger dürfte sein, was die Ermittlungen der Behörden ergeben – und deren Mühlen mahlen bekanntlich langsam.

Abgesehen davon lässt auch die Kommunikation des Unternehmens zu wünschen übrig.Trotz beinahe täglich neuer Wendungen sind Stellungnahmen des Unternehmens Mangelware. Das letzte offizielle Statement zur Angelegenheit stammt vom 8. Februar – wenn man von kryptischen Tweets des Vorstandschefs Markus Braun im Elon-Musk-Style einmal absieht. Hier wird auf Zeit gespielt, statt die Karten auf den Tisch zu legen, so der Eindruck.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher die In Ausgabe 11/2019 eröffnete Spekulation auf ein schnelles Comeback schließen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Felix Kruesz -
    Herr schrieb: "ROLF GÖBEL - 16.03.2019 22:14 UHR Nein, es ist wirklich brutal - und ich schließe mich der Mehrheit meiner Vorredner an: Was der AKTIONÄR über Wirecard schreibt ist echt übel"
  • Dr. Manfred Schwer -
    Wirecard ist ein schnell wachsendes, zukunftsorientiertes Unternehmen. Alle bisherigen Anschuldigungen entbehren jeglicher fundierten Beweise. Aber selbst wenn ein Mitarbeiter gegen Gesetze verstoßen hätte, stünde dieser Kursverlust in keinem Verhältnis zum dadurch bewirkten Schaden. Eine schnelle Widerlegung der bisherigen kraftlosen Anschuldigungen wäre zwar wünschenswert, aber vorrangig sollte sie belastbar sein. Nach den bisherigen mir bekannten Informationen leite ich daraus ab, dass es sich hier um irreführende, diffamierende Fake-News gegen ein äußerst erfolgreiches Unternehmen handelt.
  • Rolf Göbel -
    Nein, es ist wirklich brutal - und icvh schließe mich der Mehrheit meiner Vorredner an: Was der AKTIONÄR über Wirecard schreibt ist echt übel: Negatives wieder gegeben ohne neue Erkenntnisse ! Echt - ich muss mein ABO überdenken
  • Joachim Baumeister -
    Einem Konzern, dessen Ziel ist das Bargeld abzuschaffen, werde ich keinen Erfolg wüschen. Derartige Aktien finden sich nicht in meinem Depot.
  • -
    Alle Meldungen über Wirecard passen wunderschön in das schöne Sprichwort: Alter Wein in neuen Schläuchen!! Alles was in der engl. Presse - leider auch nun hier - gebetsmühlenhaft wiederholt wird, ist nichts neues. Warum also sollte Herr CEO Braun seine Zeit auf die Beantwortung solchen Quatsches verschwenden? Im Übrigen ist es eben geradezu falsch,zu behaupten er müsse Stellung nehmen: nach dem Aktienrecht darf er garade gar keine Stellung nehmen!!
  • Walter Laube -
    Hätte mir wenigstens vom Quarktionär eine seriöse und ehrliche Berichtersattung gewünscht. Bin seit fast 20 Jahren Abbonent. Diese Hetzjagd auch vom Aktionär ist ja ungeheuerlich. Long
  • nugatti -
    Gerüchte und Spekulationen. Nebulöse, unbewiesene Behauptungen. Hier haben wir es wirklich mit einer „Witch Hunt“ zu tun, selbst wenn am Ende einem einzelnen Wirecard-Mitarbeiter ein Fehlverhalten nachgewiesen werden sollte. Ich hoffe nur, dass am Ende alle beteiligten Medien mit einem gehörigen Rufschaden zurückbleiben und die „Weak Hands“ sich schwarz ärgern. Kaufen!
  • Christiane Gabriel -
    Ehrlich, diese Hetzjagd ist ungeheuer. Ich würde keinen Pieps zur Presse sagen und mich auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Ich werde einfach nur nachkaufen.
  • anton steinle -
    Ich glaub an Wirecard ! Bei diesem Kurs kauf ich nach .
  • Frank Gelke -
    Ich verstehe nicht warum sich der Aktionär auf so ein Niveau einer Berichterstattung, bzw -wiederholung herab lässt. Von Börsenexperten erwarte ich da schon etwas mehr als nur immer Wiederholungen. Und wenn endlich die Wahrheit ans Licht kommt und der Kurs sich erholt, dreht ihr euch wie das Fähnchen im Wind und verkauft und dieses "Wissen" dann wieder für teures Geld.
  • Frank Gelke -
    Ich verstehe nicht warum sich der Aktionär auf so ein Niveau einer Berichterstattung, bzw -wiederholung herab lässt. Von Börsenexperten erwarte ich da schon etwas mehr als nur immer Wiederholungen. Und wenn endlich die Wahrheit ans Licht kommt und der Kurs sich erholt, dreht ihr euch wie das Fähnchen im Wind und verkauft und dieses "Wissen" dann wieder für teures Geld.
  • Frank Fuchs -
    Seit Wochen wird nun schon auf Wirecard eingeprügelt. Belastbare Fakten gibt es bisher nicht. Sollt nich auch für ein Unternehmen die Unschuldsvermutung gelten ? Hier wird ein DAX Unternehmen zerlegt. Der CEO Herr Braun hat bisher allen Vorwürfen wiedersprochen, dass würde er nicht tun, wenn an den Anschuldigungen etwas dran wäre, sont würde er sich persönlich strafbar machen. Es geht in Singapur um Beträge von ca. 7 Mio US$. Selbst, wenn sich herausstellen sollte, dass hier irgendetwas nicht mit "rechten" Dingen zugegangen sein sollt, ist eine Wertvernichtung von mehr als 12 Mrd. € völlig überzogen. Die Pressearbeit von Wirecard ist "grotten schlecht" und es wäre schön, wenn es endlich auch einmal Fakten vom Unternehmen selbst geben würde. Aber bei Kursen um 100,-- € ist diese Firma aufgrund ihrer hervorrangengen Aussichten völlig unterbewertet. Ich denke hier sollten Anleger einmal einen kühlen Kopf bewahren.
  • -
    Sinnloses Gerede! Mit einer professionellen Analyse hat das alles nichts mehr zu tun! Es gibt keinerlei andere Informationen als vor 4 Wochen - nur vergeht Zeit. Das ändert aber nichts am Wert bzw. den Aussichten der Firma! Wirecard hat im Übrigen erklärt, daß es aus Indien nichts neues gibt. Diese Aussage ist glaubhaft und Herr CEO Braun ist eine glaubwürdige Persönlichkeit! Im übrigen kann es gar nicht sein, dass singapurische Behörden nach Inien ermitteln - das wäre ein Verstoß gegen die Souveränität Indiens. Es gibt mithin keinen seriös vermittelbaren Grund, warum man nun Wirecard anders als vor 4 Wochen bewerten sollte!

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Börsen.Briefing. | 2 Kommentare

Wirecard AG: SEC-Ermittlungen?

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat ein Verbot von Leerverkäufen in der Aktie der Wirecard AG verhängt, Ermittlungen wegen des Verdachts auf Marktmanipulation aufgenommen. In Deutschland wie in Singapur ist die Staatsanwaltschaft aktiv, in den USA rufen Anwälte Anleger auf, sich an Sammelklagen … mehr
| Börsen.Briefing. | 3 Kommentare

Wirecard AG: Brisanter Mail-Verkehr | EXKLUSIV

Die Sachlage rund um die Wirecard AG wird immer verworrener. Dem Anlegermagazin DER AKTIONÄR liegen E-Mails vor, die eine gewisse Brisanz erkennen lassen. Sie dokumentieren Vorgänge innerhalb der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Europäischen Wertpapier- und … mehr