Wirecard
- Nikolas Kessler - Redakteur

Wirecard: Erholung beendet?

Nach der kräftigen Erholungsrallye zu Wochenbeginn muss die Aktie von Wirecard am Mittwoch erneut Federn lassen. Einige Anleger nehmen offenbar Gewinne mit. Heftige Ausschläge im Tageschart zeigen zudem: Die Unsicherheit nach den kritischen Berichten der Financial Times (FT) in der Vorwoche ist nach wie vor hoch.

Schrecksekunde am Morgen: Nach freundlicher Eröffnung ist der Kurs gegen 9.30 Uhr binnen weniger Minuten um rund neun Prozent bis auf 124,00 Euro abgesackt. Fast genauso schnell wurde zumindest ein Teil der Verluste aber wieder ausgeglichen. Am frühen Nachmittag war die Aktie nur noch zwei Prozent schwächer, gehört damit aber dennoch zu den größten Verlierern im DAX.

Die Befürchtung, es könnten neue Vorwürfe gegen das Unternehmen auftauchen, hat sich bis dato nicht bestätigt. Newsseitig scheint nach einer turbulenten Woche stattdessen endlich etwas Ruhe einzukehren. Die Nerven der Aktionäre liegen jedoch blank, wie der heftige Intraday-Move von Mittwochmorgen zeigt.

Bewertung sinkt unter Peer-Group-Durchschnitt

Die Vorwürfe der Financial Times haben aber nicht nur die Nerven der Anleger strapaziert, sondern auch die Bewertung von Wirecard. Trotz der Kurserholung in den vergangenen Tagen ist der Börsenwert auf 15,9 Milliarden Euro gesunken. Damit ist der DAX-Wert deutlich hinter den niederländischen Rivalen Adyen mit seiner Marktkapitalisierung von fast 20 Milliarden Euro zurückgefallen. Auch die Deutsche Bank, die Wirecard im vergangenen Jahr nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen überholt hatte, ist mit 16,2 Milliarden Euro derzeit wieder etwas mehr wert.

Das KGV für 2019 ist im Zuge des Kursrutsches auf 30 gesunken. Zum Vergleich: Adyen ist mit einem KGV von 120 um ein Vielfaches teurer und auch der Durchschnittswert der Bloomberg-Peergroup ist mit 37 etwas höher. US-Rivale Fiserv wird dagegen nur mit dem 24-fachen Gewinn bewertet.

Risiko bleibt hoch – Aktie meiden

Die zwischenzeitliche Gegenbewegung, die etwas günstigere Bewertung und die bullishen Kommentare der meisten Analysten sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage nach wie vor hochvolatil ist. Das Risiko, von einer erneuten Talfahrt kalt erwischt zu werden, ist nach Einschätzung des AKTIONÄR noch zu hoch – Anleger sollten an der Seitenlinie bleiben.

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