- DER AKTIONÄR

Wire Card - "Langfristig über 30 Prozent"

Wire Card glänzt dank seiner einzigartigen Marktstellung mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und hohen Gewinnmargen. DER AKTIONÄR hat mit Vorstandschef Dr. Markus Braun über den aktuellen Geschäftsverlauf gesprochen.

Wire Card glänzt dank seiner einzigartigen Marktstellung mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und hohen Gewinnmargen. DER AKTIONÄR hat mit Vorstandschef Dr. Markus Braun über den aktuellen Geschäftsverlauf gesprochen.

Die Wire Card AG ist einer der führenden Hersteller von Echtzeit-Bezahlsystemen im Internet, der mit Click2Pay auch mit einem eigenen Endkunden-System am Markt vertreten ist. Im zweiten Quartal 2005 hat das Unternehmen seinen dynamischen Wachstumskurs fortgeführt. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Umsatz verdoppelt und das EBIT fast verdreifacht. Die EBIT-Marge beträgt mittlerweile 13,7 Prozent. DER AKTIONÄR hat den Sprecher des Vorstands, Dr. Markus Braun, über die weitere Entwicklung des Unternehmens befragt.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Braun, bitte erklären Sie unseren Lesern kurz das Geschäftsmodell der Wire Card AG.

Dr. Markus Braun: Kurz gesagt liegt der Schwerpunkt unseres Geschäftsmodells auf der Abwicklung elektronischer Zahlungstransaktionen und aller damit verbundenen Prozesse, wie Risiko- oder Forderungsmanagement. So konnten wir bis dato auf Basis unserer Dienstleistungen für mehr als 2.000 Unternehmen substanzielle Verbesserungen im Geld- und Warenverkehr mit Kunden, Partnern und Zulieferern erzielen. Zielsetzung war es hierbei, die internen und externen Zahlungsströme unserer Kunden schneller, zuverlässiger und kostengünstiger abzuwickeln.

Gleichzeitig erzielten wir zumeist erhebliche Kosteneinsparungen durch reduzierten Zahlungsausfall, minimierten Personalbedarf und niedrigere Forderungsaußenstände. Aufgrund unserer internationalen Ausrichtung, der Fokussierung auf spezifische Branchen und der Fähigkeit, komplexe Geschäftsprozesse vollständig in unserer Plattform abzubilden, können wir heute eine Vielzahl renommierter Unternehmen zu unseren Kunden zählen. Parallel konnten wir uns mit der Einführung von Click2Pay erfolgreich im stark wachsenden Markt für alternative Bezahlverfahren im Internet positionieren.

Die Pro-Kopf-Ausgaben im Internet sollen in den nächsten Jahren kräftig steigen. Welche Wachstumsziele haben Sie für Wire Card?

Vor dem Hintergrund des einzigartigen Leistungsportfolios der Wire Card konnten wir in den letzten Jahren eine klare Führungsrolle vor allem im europäischen Markt für elektronische Zahlungsabwicklung beanspruchen. Mittelfristig werden wir diese Position weiter festigen, nicht zuletzt durch ein verstärktes Engagement im amerikanischen und asiatischen Raum. Für Wire Card rechnen wir sowohl für 2005 als auch langfristig vor dem Hintergrund einer positiven Markt-Dynamik mit Wachstumsraten von über 30 Prozent bei Umsatz und EBIT.

Ist dies bei einem geschätzten Marktwachstum von 15 bis 20 Prozent nicht ein sehr ehrgeiziges Ziel?

Unser historisches Wachstum hat uns ganz klar in unserer strategischen Ausrichtung und unseren Wachstumserwartungen bestätigt. So profitieren wir von unserem über den reinen Zahlungsverkehr hinausgehenden Leistungsspektrum und zusätzlich der Dualität unseres Produktportfolios, das nicht nur traditionelle Zahlungsverfahren umfasst, sondern uns mit Click2Pay auch eine starke Position im überproportional stark wachsenden Markt für alternative Bezahlverfahren sichert.

Wie beurteilen Sie nach dem erfolgreichen Markteintritt die mittelfristige Perspektive von Click2Pay?

Click2Pay konnte im letzten Jahr ein bemerkenswertes Wachstum aufweisen und sich international unter den führenden alternativen Bezahlverfahren positionieren. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit großen Multiplikatoren wie Medienhäusern gehen wir davon aus, dass sich unser Wachstum sogar noch wesentlich beschleunigen wird, und wir in absehbarer Zeit die meisten Wettbewerber hinsichtlich der Kundenzahlen hinter uns lassen werden.

Wire Card wird voraussichtlich zum 1. Januar 2006 sämtliche Aktien der XCOM Bank AG erwerben. Welche Gründe haben Sie zu dieser Akquisition bewegt?

Die Akquisition der XCOM Bank ermöglicht uns den Ausbau unseres bestehenden Leistungsportfolios entlang der Wertschöpfungskette im Bereich der Online-Zahlungsabwicklung. Konnten wir historisch manche Dienstleistungen lediglich in Zusammenarbeit mit Partnerbanken erbringen, so erlaubt uns die Integration der XCOM Bank eine umfangreiche Erweiterung und Optimierung unseres Produktspektrums insbesondere in den Bereichen Kartenakzeptanz und Issuing, das heißt beispielsweise der Herausgabe von virtuellen Kreditkarten.

Wie begegnen Sie den Haftungsrisiken, die durch Übernahme der Zahlungsabwicklung entstehen?

Das Management beziehungsweise die Minimierung der mit der Abwicklung von elektronischen Zahlungen verbundenen Risiken zählt zu den Kernkompetenzen unseres Unternehmens. Hierbei greifen wir auf ein umfangreiches Spektrum an Prüf- und Kontrollmechanismen zurück, darunter verschiedenste algorithmische Verfahren und umfassende historische Datenbestände.

Der Unternehmensbereich Call Center & Communication Services (CCS) schreibt derzeit noch rote Zahlen. Ab wann rechnen Sie mit einem positiven Ergebnisbeitrag?

Im Geschäftssegment CCS kam es in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit Restrukturierung und Neuausrichtung dieses Bereichs zu erheblichen Aufwendungen. So wurde umfangreich in die Steigerung der Service Qualität, die effizientere Gestaltung von Prozessen und die IT-Infrastruktur investiert. Wir gehen davon aus, dass sich dieses Segment spätestens in 2006 für das Gesamtjahr durch weitere Synergieeffekte innerhalb des Konzerns aber auch externes Wachstum als EBIT-positiv darstellt.

Sie sind neben Deutschland und England auch in Frankreich und Spanien vertreten. Werden in nächster Zeit noch weitere europäische Länder hinzukommen?

Neben unseren Aktivitäten in Amerika und Asien sind wir natürlich stetig bemüht unsere Position am europäischen Heimat-Markt weiter auszubauen. In der ersten Hälfte dieses Jahres haben wir hierbei vor allem unsere Aktivitäten in Frankreich und Spanien intensiviert. Selbstverständlich möchte ich nicht ausschließen, dass wir nicht auch in weiteren Ländern Europas unsere direkte Präsenz weiter ausbauen werden.

Wie sieht Ihre Strategie aus, um auch in Amerika erfolgreich zu ein?

In vielen Branchen sind wir bereits jetzt stark am amerikanischen Markt vertreten. Nicht zuletzt profitieren wir hierbei von unserer internationalen Ausrichtung, die uns wesentlich von unserem amerikanischen Wettbewerb unterscheidet.

Amerikanische Zahlungsdienstleister sind zumeist zu stark auf den nationalen US-Markt ausgerichtet und verfügen nicht über unser breites internationales Leistungsspektrum und unsere Kenntnis der individuellen Charakteristika lokaler Märkte. Dies ist für uns vor dem Hintergrund der zunehmend globalen Ausrichtung des elektronischen Handels ein idealer Ansatzpunkt für ein verstärktes Engagement am US-Markt.

Sie haben sich bereits in China positioniert, einem der größten Wachstumsmärkte im Internet in den nächsten Jahren. Welches Volumen wollen Sie hier in den nächsten beiden Jahren erreichen?

Insbesondere mit Click2Pay nehmen wir derzeit im gesamten asiatischen Raum, das heißt neben China vor allem auch am japanischen Markt, eine Vorreiterrolle ein. Nicht zuletzt durch die Unterstützung einer Vielzahl lokaler Sprachen und Bezahlverfahren konnten wir im aktuellen Geschäftsjahr in diesen Märkten stetig zweistellige Zuwächse bei Endkunden-Anmeldungen und Transaktionsvolumina aufweisen.

Wo wollen Sie in fünf Jahren mit Wire Card stehen?

Vor dem Hintergrund einer positiven Markentwicklung werden wir auch langfristig unsere gegenwärtigen Wachstumsraten von über 30 Prozent beibehalten, gehen jedoch davon aus, aufgrund von Skaleneffekten, unsere Umsatzrentabilität weiter auf 20 Prozent steigern zu können.

Herr Dr. Braun, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Michael Lang.

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