Nordex
- DER AKTIONÄR

Windstille

Nach der Korrektur wirken viele Aktien aus dem Bereich der regenerativen Energien wieder attraktiv. Lohnt jetzt der Einstieg? In den letzten Wochen ist die Realität an die Märkte zurückgekehrt und hat so manchen Anleger auf dem falschen Fuß erwischt.

Nach der Korrektur wirken viele Aktien aus dem Bereich der regenerativen Energien wieder attraktiv. Lohnt jetzt der Einstieg? In den letzten Wochen ist die Realität an die Märkte zurückgekehrt und hat so manchen Anleger auf dem falschen Fuß erwischt.

Die einstigen Highflyer aus dem Bereich der regenerativen Energien erlebten eine ordentliche Bruchlandung und die Börse musste wieder einmal feststellen, dass sich dreistellige KGVs eben nicht einmal mit noch so phänomenalen Wachstumsraten rechtfertigen lassen. Zwar konnte Nordex erst seit Ende letzten Jahres von der Euphorie bei den Umweltaktien profitieren. Nichtsdestotrotz brachte es der Entwickler und Hersteller von Windenergieanlagen Anfang Mai auf ein 2006er KGV von über 150, die Korrektur verlief dementsprechend heftig. Dass die Aktie ausgereizt war, zeigte nicht zuletzt die ausbleibende Reaktion auf die anziehenden Ölpreise.

Was bringt die Zukunft?

An den fundamental guten Wachstumsaussichten bei Nordex hat sich nichts geändert, Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen seinen Gewinn bis 2009 verachtfachen kann. Doch die positiven Erwartungen sind längst im Kurs eingepreist. Mit einem KGV von 27 und einem KUV von 1,1 auf Basis der Expertenschätzungen für 2007 ist die Aktie fair bewertet. Die Neuaufnahme in den TecDAX dürfte zwar kurzfristig stützen, aber auf dem aktuellen Niveau hat der Wert wenig Potenzial, sich mittelfristig besser als der Gesamtmarkt zu entwickeln. Und der ist momentan stark angeschlagen. Die heftigen Kursstürze der letzten Wochen haben private und institutionelle Anleger verunsichert. Diese schauen nun wieder verstärkt auf Risikofaktoren und agieren vorsichtiger, zumal viele von ihnen bereits auf guten Gewinnen sitzen und diese nicht riskieren möchten. Zu dem durchwachsenen Marktumfeld kommt die Gefahr einer Korrektur beim spekulationsgetriebenen Erdöl – Rückschlagspotential von bis zu 20 Prozent bei schwacher Nachfrage im Sommer. Da die Kursverläufe von Umweltaktien seit jeher stark am Ölpreis hängen, könnte eine solche Konsolidierung eine weitere Verkaufswelle auslösen.

Kurzfristig nicht attraktiv

Prinzipiell ist Nordex keine schlechte Aktie, die Wachstumsraten beim Unternehmen stimmen und langfristig stehen der Windkraft rosige Zeiten bevor. Dennoch ist ein Engagement in dem immer noch recht teuren Wert auf Sicht der nächsten Monate nicht zu empfehlen, da die schlechte Marktstimmung weiter auf den Kurs drücken dürfte. Langfristig orientierte Anleger, die bereits investiert sind, können ihre Positionen allerdings halten.

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