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Willkommen im Reich der Scheichs

Mit einem Besuch in Dubai und Kuwait schloss die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche ihre viertägige Reise durch den Nahen und Mittleren Osten ab. Auf ihrem Kurztrip machte sie auch Halt in Ägypten und Saudi-Arabien, den aus westlicher Sicht wohl zwei wichtigsten Staaten im arabischen Raum. Ihre Reise wollte Merkel vor allem als Friedens- und Wirtschaftsinitiative verstanden wissen.

Die EU startet unter Angela Merkel eine neue Friedens- und Wirtschaftsinitiative im Nahen und Mittleren Osten. Anleger spekulieren auf eine neue Kursrallye.

Mit einem Besuch in Dubai und Kuwait schloss die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in der vergangenen Woche ihre viertägige Reise durch den Nahen und Mittleren Osten ab. Auf ihrem Kurztrip machte sie auch Halt in Ägypten und Saudi-Arabien, den aus westlicher Sicht wohl zwei wichtigsten Staaten im arabischen Raum. Ihre Reise wollte Merkel vor allem als Friedens- und Wirtschaftsinitiative verstanden wissen. So betonte sie gegenüber dem Vorsitzenden des Golfkooperationsrates, Abdul Rahman al Attijah, dass sie ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und den Golfstaaten begrüßen würde. Damit knüpft Merkel an ein Vorhaben an, das seit über 17 Jahren in Verhandlung steht, bisher aber noch nicht zum Abschluss gebracht werden konnte. Unter ihrem EU-Ratsvorsitz, den Merkel derzeit inne hat, soll das Freihandelsprojekt mit neuem Leben erweckt werden.

Chance für den Frieden

Der Abschluss eines Freihandelsabkommens hätte für beide Seiten große Bedeutung. Die EU ist der wichtigste Handelspartner für die Golfstaaten, die im Golfkooperationsrat zusammengeschlossen sind. Neben Saudi-Arabien gehören Kuwait, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman der Organisation an. Diese wiederum sind für die EU der sechswichtigste Handelspartner. Grundvoraussetzung für ein solches Freihandelsabkommen dürfte aber ein dauerhafter Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sein. Gegenüber dem ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak hob Merkel hervor, dass „jetzt“ der richtige Zeitpunkt für eine neue Friedensinitiative sei. Sie sagte dies wohl vor allem auch im Hinblick auf die Situation in den USA. Da im kommenden Jahr der Präsidentschaftswahlkampf ums Weiße Haus anfängt, fallen die Amerikaner bei den Vermittlungsbemühungen im Nahen Osten weitgehend aus. Die EU könnte diese Lücke schließen. Möglicherweise wären die EU-Friedensbemühungen von größerem Erfolg gekrönt als die amerikanischen Vermittlungsversuche. Die EU unterhält gute Beziehungen in den Nahen Osten und steht zudem in der arabischen Welt nicht als „Aggressor“ im Irakkrieg am Pranger.

Ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten und ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Golfstaaten würde vor allem den Aktienmärkten im arabischen Raum neues Potenzial verleihen. Nach einer sensationellen Performance in den Jahren 2002 bis 2005 kam es an nahezu allen arabischen Börsen in den zurückliegenden zwölf Monaten zu herben Rückschlägen. Beispielhaft kann hier der „Abu Dhabi Securities Market General Index“, der Leitindex der Börse in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, betrachtet werden. Er schoss ab Mitte 2002 von 1.400 Punkte auf über 6.300 Punkte im Jahr 2005 nach oben. Damit gehörte er international zu den absoluten Highflyern. Doch seit Mitte 2005 hat sich dieses Bild vollständig geändert. Mit einem aktuellen Stand von rund 2.900 Zählern hat sich der Index mehr als halbiert. Marktbeobachter sind sich aber sicher, dass die Korrektur nicht durch eine grundsätzliche fundamentale Verschlechterung des Wirtschaftsgeschehens ausgelöst wurde. Der Markt sei einfach heiß gelaufen, dies die einhellige Meinung von Analysten. So lag der Gesamtwert der börsennotierten Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Hochphase bei stolzen 170 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der gesamte russische Markt, der ungleich größer ist, kam zum gleichen Zeitpunkt auf nur 250 Milliarden Dollar.

Günstiges Ägypten-Papier

Deutsche Anleger, die Aktien aus dem Nahen und Mittleren Osten erwerben wollen, sind allerdings auf wenige Titel beschränkt; nur eine Handvoll ist überhaupt in Deutschland notiert. Am „artenreichsten“ präsentiert sich die ägyptische Börse. Hier ist nach Einschätzung des AKTIONÄRS vor allem Telecom Egypt ein langfristiger Kauf. Telecom Egypt ist mit über zehn Millionen Kunden das größte Telekomunternehmen im Mittleren Osten und Nordafrika. Über eine 45-prozentige Beteiligung an Vodafone Egypt, die über sechs Millionen Kunden betreut, ist man auch im Mobilfunkmarkt stark vertreten. Die Aktien von Telecom Egypt haben im letzten Jahr allerdings erst einmal stark verloren. Das Unternehmen hat es nämlich nicht geschafft, die dritte GSM-Lizenz zu erwerben. Daraufhin hagelte es an der Börse Abstufungen. Im laufenden Jahr rechnet HSBC mit einem Gewinn je Aktie von umgerechnet etwa einem Euro. Damit wären die Papiere mit einem KGV von 9 bewertet. Berücksichtigt man, dass Ägypten in Sachen „Telekommunikation“ hohe Wachstumsraten aufweist – die Levante-Region, zur der neben Ägypten auch Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Palästina zählen, verzeichnete 2005 einen 83-prozentigen Zuwachs bei den Mobilfunkkunden –, eröffnet das guten Spielraum für Kurssteigerungen. So hat auch HSBC am 6. Februar Telecom Egypt von „neutral“ auf „overweight“ hochgestuft. Das Kursziel wurde mit umgerechnet 12,40 Euro angegeben.

Ein sehr gutes Investment ist auch das Dubai Top Select Zertifikat der Deutschen Bank. Das Zertifikat beinhaltet sieben Blue-Chip-Unternehmen der Börse in Dubai. Enthalten ist zum Beispiel der Bauträger Dubais Emaar Properties und die Beteiligungsgesellschaft Dubai Investment.

Die richtigen "Pferde"

Im Nahen und Mittleren Osten zu investieren ist nicht leicht. Nur wenige arabische Aktien sind in Deutschland notiert. Mit Telecom Egypt und dem Dubai-Zertifikat setzen Anleger aber auf die richtigen „Pferde“.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 08/2007.

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