STURM RUGER 1
- DER AKTIONÄR

Wilder Westen inklusive

Darf ein freier Bürger Waffen tragen? In den USA zum Beispiel stimmen zahlreiche Menschen mit „Ja“. Ein unbescholtener Bürger solle das Recht haben, sich verteidigen zu können, lautet ein Argument. Wie auch immer die persönliche Meinung ist, der US-Anbieter Sturm, Ruger & Co, kurz Ruger, bezeichnet sich als „Arms Makers for Responsible Citizens“, Waffenhersteller für verantwortliche Bürger.

In den USA ist das Waffengesetz weit lockerer als etwa in Deutschland – und ermöglicht gute Geschäfte.

Darf ein freier Bürger Waffen tragen? In den USA zum Beispiel stimmen zahlreiche Menschen mit „Ja“. Ein unbescholtener Bürger solle das Recht haben, sich verteidigen zu können, lautet ein Argument. Wie auch immer die persönliche Meinung ist, der US-Anbieter Sturm, Ruger & Co, kurz Ruger, bezeichnet sich als „Arms Makers for Responsible Citizens“, Waffenhersteller für verantwortliche Bürger.

Ballermann für Westernhelden

Rugers Sortiment klingt wie der Traum eines Westernhelden: Gewehre, Revolver, Pistolen und das dazu passende Asseccoirs wie Munitionstäschchen, Halfter und Transportkoffer. Auch Safes und Sicherheitsschlösser zur Aufbewahrung des gefährlichen Geräts gibt es bei dem Hersteller zu kaufen. Insgesamt ein Geschäftfeld, mit dem Ruger vergangenes Jahr einen Umsatz von 139 Millionen Dollar erzielt hat, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das zweite Segment umfasst Einzelteile, die das Unternehmen fertigt. Etwa Komponenten für Sportgeräte, Medizintechnik, Autos, Computer – und für das Schusswaffensortiment. Das Angebot ist gefragt: Um 30 Prozent hat 2006 der Umsatz in diesem Bereich angezogen und zusammen mit dem Waffenverkauf für ein Nettogewinnplus von rund 28 Prozent auf 1,1 Millionen Dollar gesorgt. Der operative Cashflow pro Aktie erreichte umgerechnet 0,90 Euro, nahezu zehn Mal mehr als 2005. Solche Zahlen liebt die Börse – und ließ die Ruger-Aktie Anfang März in die Höhe schießen.

Kostensenkung angekündigt

Mit konkreten Prognosen hält sich Firmenchef Michael Fifer bedeckt. Ende Dezember hatte er angekündigt, dass Ruger Land, Immobilien und Inventar verkauft, die das Unternehmen größtenteils nicht nutzt. Allein im ersten Quartal soll dies 5,1 Millionen Dollar in die Kasse spülen. Sechs Millionen Dollar pro Jahr will Fifer mit Stellenabbau einsparen. Zudem ist der Produktionsablauf umgestellt: weg von einem kostenintensiven Jahresfixum hin zu flexiblerer Herstellung nach Kundenbedarf. Aus dem Marktumfeld zu schließen, dürfte die Nachfrage anhalten. Im wichtigsten Entscheid seit 1939 hat vor wenigen Tagen ein Washingtoner Berufungsgericht das Recht auf Waffenbesitz verfassungsmäßig geschützt.

Aussichtsreiche Spekulation

Wer ein umstrittenes Produkt nicht scheut und etwas für den spekulativen Depotanteil sucht, kann bei Sturm, Ruger & Co zugreifen. Der Anbieter hat die Börse mit den jüngsten Zahlen überzeugt und zieht ein straffes Kostensenkungsprogramm durch. Der Durchbruch der Aktie über den Widerstand bei 8,50 Euro gibt ebenfalls grünes Licht.

Kursziel bei Ruger: 12,20 Euro. Stopp: 7,20 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 14/2007.

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