TA TRIUMPH-ADLER AG
- DER AKTIONÄR

Wieder Gewinne in Sicht

Vielen dürfte die mechanische Schreibmaschine, Typ Olympia, noch ein Begriff sein, war sie doch eines der Aushängeschilder der Firma Triumph-Adler. Seither hat sich viel geändert: "Wir sind kein Hersteller mehr, sondern ein modernes Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen im Document Business", erklärt Finanzvorstand Bernd Köhler im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

Erstmals seit 2001 dürfte TA Triumph-Adler dieses Jahr wieder einen Jahresüberschuss erwirtschaften. Den Startschuss gaben die positiven Zahlen zum dritten Quartal.

Vielen dürfte die mechanische Schreibmaschine, Typ Olympia, noch ein Begriff sein, war sie doch eines der Aushängeschilder der Firma Triumph-Adler. Seither hat sich viel geändert: „Wir sind kein Hersteller mehr, sondern ein modernes Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen im Document Business“, erklärt Finanzvorstand Bernd Köhler im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Die Nürnberger beziehen hauptsächlich Geräte des japanischen Kyocera-Konzerns, der mit knapp 30 Prozent an Triumph-Adler beteiligt ist. Vertrieben werden die Drucker, Kopierer und Faxgeräte dann allerdings unter eigenem Namen. Rund 80 Prozent der Geräte vermietet die Nürnberger Firma hauptsächlich an Mittelständler. Mit im Paket sind umfassende Beratungen bis hin zum gesamten Dokumentenmanagement, worin das Unternehmen den größten Vorteil zur Konkurrenz sieht.

Der Anfang ist getan

Im dritten Quartal 2006 legte Triumph-Adler den Grundstein für den ersten Gewinn seit 2001. Mit einem Umsatzwachstum von rund 25 Prozent auf knapp 100 Millionen Euro erwirtschaftete die bayerische Firma in den Monaten Juli bis September einen Gewinn von 0,9 Millionen Euro. „Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass wir unser Jahresziel – einen Überschuss im unteren einstelligen Millionen-Bereich – verfehlen werden“, so Köhler. Damit der Gewinn keine einmalige Nummer bleibt, hat der Konzern Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenersparnis ins Leben gerufen. In den nächsten zwölf Monaten will der Spezialist im Geschäft mit Bürogeräten bis zu drei kleinere Firmen übernehmen. Ab Ende 2007 soll die Erweiterung forciert werden – in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Beneluxstaaten. Beim Absatz sieht Köhler Potenzial bei Altersheimen – bisher stehen Kliniken ganz oben auf der Kundenliste.

Institutionelle werden wach

„Langsam steigt auch das Interesse von institutionellen Anlegern“, freut sich der Finanzvorstand. Bei vielen sitzen die Nürnberger aber nur auf der Watchlist. Hauptsächlich Kleinanleger sorgten demnach bei der Aktie für einen Kurszuwachs um mehr als 40 Prozent seit Anfang September.

Auf Turnaround setzen

Trotz hoher Schulden bei Triumph-Adler sollte Finanzvorstand Köhler, wie schon bei Vogt Electronics, die Firma auch langfristig in die Gewinnzone führen. Jüngste Analystenschätzungen erwarten ein 2007er-KGV von 10 – wir sind mit unserer Prognose von 13 etwas vorsichtiger. Die hohe Chance auf eine Trendwende sorgt für ausreichend Kursfantasie – ebenso wie der Börsenwert, der nur ein Fünftel der Umsätze ausmacht. Langfristig orientierte Anleger nutzen schwache Tage zum Einstieg.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 49/2006.

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