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- DER AKTIONÄR

Wie im Rausch: Trump-Wodka

Alles, was Donald Trump anfasst, scheint zu Gold zu werden. Der New Yorker Milliardär mehrt sein Geld mit Kasinos, Hotels, Fernsehshows, Golfklubs, Krawatten, Anzügen, Büchern und neuerdings sogar mit einer eigenen Wodka-Marke. Das Geschäft mit dem "Trump Super Premium Vodka" brummt. Kein Wunder, der Immobilientycoon rührt für seine Spirituose die Werbetrommel.

Eine junge Getränkefirma rollt mit Prominenten den US-Markt auf. Noch im Frühjahr soll der neue Trump-Wodka flächendeckend in den Regalen stehen.

Alles, was Donald Trump anfasst, scheint zu Gold zu werden. Der New Yorker Milliardär mehrt sein Geld mit Kasinos, Hotels, Fernsehshows, Golfklubs, Krawatten, Anzügen, Büchern und neuerdings sogar mit einer eigenen Wodka-Marke. Das Geschäft mit dem „Trump Super Premium Vodka“ brummt. Kein Wunder, der Immobilientycoon rührt für seine Spirituose die Werbetrommel. Im Oktober lud er erstmals Geschäftspartner, Journalisten und Investoren in seinen Trump Tower ein, um den Tropfen vorzustellen. Die goldene, kantige Flasche hatte der berühmte Designer Milton Glaser entworfen. Trumps Freund Patrick Kenny übernimmt nun die Vermarktung. Er ist Chef von Drinks Americas, ein Handelsspezialist für Alkohol und Limonade.

Die Gründung

2002 baute Kenny die Vertriebsfirma auf, 2004 brachte er sie an die Börse. Sein Erfolgsrezept sind Premiummarken und Prominente. Mit im Boot sitzt Paul Newman. Der Hollywood-Star gab seinen Namen für die ebenfalls frisch eingeführte Limonade her: „Newman’s Own“. Profite, die Trump und Newman mit ihren Joint Ventures erzielen, spenden sie für wohltätige Zwecke. Die andere Hälfte der Gewinne fließt an Drinks Americas. Zum Sortiment des Getränkekonzerns zählen ferner das traditionsreiche New Yorker Bier „Rheingold“ sowie Whisky, Rum, Tequila, Liköre und Wein. Drinks Americas hat die Produktion ausgelagert und konzentriert sich lediglich auf den Vertrieb. Ein US-Bundesstaat nach dem nächsten wird derzeit mit den Produkten versorgt.

Erlöse sprudeln

Freilich gleicht die Erfolgsrechnung noch der eines Start-up. Von August bis Ende Oktober 2006 schnellte der Umsatz auf 2,2 Millionen Dollar von zuvor 0,5 Millionen Dollar. Ein Zuwachs um 330 Prozent! Dabei wird der Trump-Wodka erst seit Oktober verkauft, er geht weg wie warme Semmeln. Dennoch fiel zuletzt ein Quartalsverlust von einer Million Dollar an. Wobei die Gewinnzone in den kommenden Monaten erreicht werden dürfte. DER AKTIONÄR rechnet in den Jahren 2007 bis 2009 mit einer Umsatzexplosion: Von 35 Millionen über 110 Millionen auf dann 200 Millionen Dollar. Unter dem Strich sollten in diesem Zeitraum vier, zehn beziehungsweise 16 Millionen Dollar in der Kasse klingeln.

Noch unentdeckt

Erst seit Kurzem zieht der Kurs an. Der Börsenwert beläuft sich auf 161 Millionen Dollar. Trotz Trumps Schützenhilfe ist die Aktie noch weitgehend unentdeckt. Gut möglich, dass auf lange Sicht ein Getränkeriese entsteht. Das 2008er-KGV beträgt 16 – nicht wenig, aber auch nicht viel für ein Unternehmen, das erst am Anfang seiner „Trinkerkarriere“ steht. Kursrücksetzer bieten sich zum Einstieg an. Wegen des hierzulande engen Marktes sollte man Orders streng limitieren.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 04/2007.

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