- Nikolas Kessler - Redakteur

Wettbieten um Sky: Comcast legt nach

Das Wettbieten um den britischen Pay-TV-Anbieter Sky spitzt sich zu: In der Nacht hat der US-Kabelnetzbetreiber Comcast sein Übernahme-Angebot aufgestockt und damit das ebenfalls erst kürzlich erhöhte Gebot des Rivalen 21st Century Fox übertrumpft.

Comcast hat sein Angebot für Sky in der Nacht auf Donnerstag auf 14,75 Pfund (umgerechnet etwa 16,70 Euro) je Aktie erhöht. Das neue Gebot liegt rund 18 Prozent über der bisherigen Offerte des Kabelnetzbetreibers und rund fünf Prozent über dem kürzlich erhöhten Angebot von 21st Century Fox. Erst am Mittwoch hatte das Unternehmen von Medien-Mogul Rupert Murdoch ebenfalls nachgelegt und 14 Pfund pro Sky-Aktie geboten.

Fox hält bereits 39 Prozent der Anteile an Sky, strebt aber seit Jahren eine Komplettübernahme an. Diese ist bisher am Widerstand der britischen Wettbewerbshüter gescheitert. Auf Grundlage des neuen Comcast-Gebots wird der britische Pay-TV-Konzern nun mit umgerechnet rund 29 Milliarden Euro bewertet.

Die Übernahmewelle rollt – und beflügelt die Kurse

Die Übernahmeschlacht in der US-Medienbranche verschärft sich. Denn während Fox und Comcast um Sky rangeln, bietet Comcast mit Walt Disney um große Teile von 21st Century Fox um die Wette – siehe dazu auch DER AKTIONÄR Ausgabe 28/2018. Hintergrund der Konsolidierungswelle in der Unterhaltungsbranche ist das rasante Wachstum von Streaming-Diensten wie Netflix und Amazon Prime Video, die den traditionellen TV- und Medienkonzernen zunehmend die Zuschauer abspenstig machen.

Die Übernahmeschlacht treibt am Donnerstagvormittag vor allem die Papiere von Sky kräftig an: An der Börse in London ist der Kurs zu Handelsstart um über drei Prozent auf 15,41 Pfund gestiegen – der höchste Stand seit 18 Jahren. Die Anleger rechnen also damit, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist und die Gebote weiter steigen. Auch bei der Fox-Aktie macht sich das Wettbieten zwischen Disney und Comcast bemerkbar: Der Kurs hat sich seit Oktober 2017 verdoppelt.

Wer investiert ist, bleibt dabei und lässt die Gewinne laufen – jetzt noch auf den Übernahme-Zug aufzuspringen, ist jedoch riskant. Die Favoriten des AKTIONÄR in der US-Entertainment-Branche heißen Walt Disney und Netflix.

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