- DER AKTIONÄR

Wett-Meisterschaft 2006

Wett-Aktien sind die Stars der Stunde. Betandwin und Co. profitieren von den neuen Medien und fiebern schon jetzt der Fußball-WM 2006 entgehen. Die Wettanbieter lehnen sich dabei schon vor dem Anpfiff siegesgewiss zurück. Denn ihre Kasse klingelt immer.

Wett-Aktien sind die Stars der Stunde. Betandwin und Co. profitieren von den neuen Medien und fiebern schon jetzt der Fußball-WM 2006 entgehen.

Von Florian Söllner

Wer gewinnt die Champions League? Hunderttausende Glückritter glauben es zu wissen und setzen auf ihre Favoriten. Gewinnt AC Milan, winkt der 1,9-fache Einsatz, für einen Außenseitersieg von PSV Eindhoven wird sogar das 29fache gezahlt. Doch während die Zocker bis zum Abpfiff des Finales auf das richtige Ergebnis hoffen müssen, lehnen sich die Wettanbieter schon vor dem Anpfiff siegesgewiss zurück. Denn ihre Kasse klingelt immer. Bis zu zehn Prozent der Spielumsätze werden als "Hold" oder Nettoumsatz einbehalten. Ein lukratives Geschäft, alleine in Deutschland werden jährlich über drei Milliarden Euro mit Sportwetten umgesetzt. Tendenz stark steigend, denn die Fußball WM 2006 steht vor der Tür.

Spiel mit dem Feuer

Heißeste Spekulation auf diese Entwicklung ist die österreichische Betandwin. Das Internetwettbüro erzielt rund 70 Prozent seiner Umsätze mit Fußballwetten. Die Spielumsätze haben sich 2004 bereits um 114 Prozent auf 856 Millionen Euro ausgeweitet. Dieses Jahr werden bereits 60 Millionen Euro (Vorjahr 24 Millionen Euro) für Werbung ausgegeben. Angesichts einer Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden Euro bei Nettoumsätzen von etwa 125 Millionen Euro im Jahr 2005 ist die Aktie jedoch ambitioniert bewertet. Doch einmal Feuer gefangen, ist die Eigendynamik nicht zu unterschätzen - zumal ein neues Gerücht Öl ins Feuer schüttet: Betandwin soll in den nächsten Wochen erste Gespräche über eine Fusion mit dem englischen Wett-Riesen Sportingbet beginnen.

Englisches Ass

Der englische Marktführer im Bereich Internet-Wetten und -Gambling dürfte vor allem Interesse an der alten DDR-Lizenz von Betandwin haben. Diese ist neben dem Kniff, die Wetten offiziell aus Gibraltar anzubieten, der Schlüssel für die monopolartige Stellung in Deutschland. Sportingbet könnte bei Fusionsverhandlungen ein hochprofitables Geschäft in insgesamt 150 Ländern in die Waagschale werfen: Im abgelaufenen Quartal wurden die Gewinne um 84 Prozent auf 22,4 Millionen Euro gesteigert. Ein Trumpf im Ärmel ist der Ende 2004 erfolgte Kauf der weltweit drittgrößten Poker-Seite Paradise Poker.

Freiheit winkt

In Griechenland ist zwar das Wetten per Internet noch nicht erlaubt. Doch dies hindert die staatlich kontrollierte Opap nicht an einem starken Wachstum. Neben Fußball-Wetten und Lotto hat auch das Glücksspiel Keno die Spielleidenschaft der Kunden geweckt. Der Gewinn wurde 2004 um über 100 Prozent auf 506 Millionen Euro gesteigert. Sichere Gewinne winken bei Opap zwar nicht den Kunden, aber dafür den Aktionären: Die Dividendenrendite liegt bei fast sieben Prozent.

Wett-Saurier

Ebenfalls schon ein altes Eisen im Wettgeschäft ist die 1934 gegründete William Hill. Die Engländer verzeichneten mit ihren 1.500 Wettbüros Anfang April anlässlich des "Grand National Horse Race" noch nie da gewesene Wettumsätze. Hill ist zudem im Begriff 600 Wettbüros von Stanley Leisure zu übernehmen, womit Hill zur Nummer eins in England aufsteigen würde. Angesichts eines 2006er-KGVs von 12 können zu guten Konditionen Wetten auf den weiteren Expansionsdrang von William Hill eingegangen werden.

Die Chance auf weitere nachhaltige Kurssteigerungen steht bei den noch günstig bewerteten Buchmachern William Hill und Opap sehr gut. Nur wer den Kitzel der Gefahr liebt, sollte ein wenig Zockergeld auf den Überflieger Betandwin setzen.

Saurier und wachstumsstarker staatlich kontrollierter Betrieb

William Hill

 

ISIN GB0031698896
Kurs am 09.05.2005 7,83€
Empfehlungskurs 7,85€
Ziel 10,00€
Stopp 6,80€
KGV 06e 12
Chance/Risiko 4/3

 

OPAP

 

ISIN GRS419003009
Kurs am 09.05.2005 18,80€
Empfehlungskurs 20,00€
Ziel 30,00€
Stopp 15,50€
KGV 06e 12
Chance/Risiko 4/3

Artikel aus DER AKTIONÄR (19/05).

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