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Wenn zwei sich streiten …

Je größer die Konkurrenz bei den Handygiganten Motorola, Nokia und Co, desto besser für Elcoteq. Der finnische Fertigungsdienstleister profitiert immer.

Je größer die Konkurrenz bei den Handygiganten Motorola, Nokia und Co, desto besser für Elcoteq. Der finnische Fertigungsdienstleister profitiert immer.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte" - so lautet ein bekanntes Sprichwort, das bestens auf die in Finnland ansässige Elcoteq zutrifft. Im Kampf um die Marktführerschaft zwischen den Handyherstellern Motorola und Nokia kann Elcoteq händereibend zusehen. Denn zum Kundenkreis des finnischen Fertigungsdienstleisters gehören beide Unternehmen.

50 Prozent Wachstum

Elcoteq bietet weltweit Konstruktions-, Fertigungs-, Materialmanagement- und After-Sales-Dienstleistungen im Bereich Telekommunikation an. 75 bis 80 Prozent der Umsätze erzielen die Finnen mit so genannten Terminalprodukten wie Handys, Schnurlostelefonen oder PDAs. Der Rest entfällt auf Netzwerkgeräte wie Basisstationen, Router, Switches, diverse Verstärker für Kommunikationsanwendungen oder Digital-Receiver. Zu den Kunden zählen beispielsweise Motorola, Nokia, Philips, Sony, Ericsson, Siemens oder Thomson. In den ersten neun Monaten 2005 steigerte Elcoteq seine Erlöse um 45 Prozent auf 2,99 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie lag mit 0,86 Euro sogar 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr 2005 dürften Umsätze von 4,15 Milliarden Euro und ein Gewinn je Aktie von 1,34 Euro in den Büchern stehen.

Boomende Märkte

Dass die Geschäfte der Finnen so gut laufen, hat mehrere Gründe. Die Endverbrauchermärkte florieren. 2005 war zum Beispiel für die Handyhersteller ein absolutes Rekordjahr. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Gartner wurden mehr als 810 Millionen Mobiltelefone weltweit verkauft, das entspricht einem Plus von 21 Prozent gegenüber 2004. Auch 2006 wird mit einem deutlichen Absatzplus gerechnet, das vor allem von der Nachfrage in China und Indien geprägt sein dürfte. Der Digital-Boom im Markt für Unterhaltungselektronik sorgt ebenfalls für hohe Wachstumsraten, so dass Elcoteq auch 2006 eine Schippe drauflegen dürfte. Zu Gute kommt den Finnen jedoch vor allem die Tatsache, dass immer mehr Unternehmen dazu übergehen, Teile ihrer Entwicklung, Fertigung oder des Kundenservices auszugliedern, um Kosten und vor allem Zeit zu sparen. Dies ist umso wichtiger, wenn es, wie im Handybereich, darum geht, Innovationen vor den Konkurrenten am Markt zu platzieren. Als Outsourcing-Dienstleister braucht Elcoteq auch die "Billigkonkurrenz" aus Asien nicht zu fürchten. Die Produktionskapazitäten wurden rechtzeitig in Niedriglohnregionen wie Osteuropa oder Asien verlagert.

Fazit

Elcoteq dürfte aufgrund der weiterhin hohen Wachstumsraten in den einzelnen Märkten im laufenden Jahr neue Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn erreichen. Beim aktuellen Kurs von 21,15 Euro beziehungsweise bei einem 2006er-KGV von 11 wird die hervorragende Marktstellung noch nicht honoriert. Aufgrund des hohen Gewinnwachstums lassen sich Kurse von 30 Euro rechtfertigen!

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