Cancom IT Systeme
- DER AKTIONÄR

Wenn nicht jetzt, ...

Die österreichische Beteiligungsgesellschaft AvW Invest will beim deutschen IT-Systemhaus Cancom weiter aufstocken. Der Zeitpunkt dafür ist günstig. DER AKTIONÄR hat bei Vorstandssprecher Klaus Weinmann nachgehakt, ob es operative Gründe für die jüngste Kursschwäche gibt.

Die österreichische Beteiligungsgesellschaft AvW Invest will beim deutschen IT-Systemhaus Cancom weiter aufstocken. Der Zeitpunkt dafür ist günstig.

Wie AvW-Chef Dr. Wolfgang Auer von Welsbach dem AKTIONÄR bestätigte, wollen die Österreicher ihren Anteil an der Cancom IT Systeme AG von zuletzt 20 Prozent weiter erhöhen: „Cancom ist ein Top-IT-Unternehmen. Unser Ziel ist es auf 25 Prozent und eine Aktie aufzustocken.“ DER AKTIONÄR hat bei Vorstandssprecher Klaus Weinmann nachgehakt, ob es operative Gründe für die jüngste Kursschwäche gibt.

DER AKTIONÄR: Herr Weinmann, die Analystenschätzungen für 2007 liegen bei einem Umsatz von 300 Millionen Euro und einem Ergebnis je Aktie von 42 Cent. Wie realistisch sind diese Zahlen?

KLAUS WEINMANN: Wir befinden uns gegenwärtig beim Erstellen des Jahresabschlusses. Bereits unsere guten Neunmonatszahlen haben erkennen lassen, dass die Analysten unsere Ergebnisse ziemlich gut abschätzen können.

Mit welchen Erwartungen sind Sie ins neue Jahr gestartet? Analysten trauen Ihnen einen Gewinn je Aktie von 50 Cent zu.

Es ist unser erklärtes Ziel auch weiterhin deutlich im Umsatz zu wachsen und dabei unsere Gewinne überproportional stark zu steigern. Unser Auftragseingang im Januar liegt über dem Vorjahr. Wenn seitens der konjunkturellen Lage keine negativen Überraschungen kommen, dann gehen wir davon aus, dass wir auch 2008 die Analysten nicht enttäuschen werden. Voraussetzung ist jedoch ein so gutes Jahresendgeschäft, wie wir es in den Jahren 2006 und 2007 hatten.

Im Vorjahr wurde die Ertragsentwicklung durch die Einführung eines neuen ERP-Systems (Warenwirtschaftssystem) belastet. Waren dies Einmaleffekte?

Trotz der Belastungen durch die Einführung des neuen ERP-Systems waren wir 2007 in der Lage, Umsatz und Ergebnis gegenüber 2006 deutlich zu steigern. Für 2008 gehen wir davon aus, dass wir durch das neue ERP-System zusätzliche positive Effekte erzielen werden.

Sie haben im Dezember 2007 die restlichen NSG-Anteile übernommen. Wie sieht die weitere Akquisitionsstrategie aus?

Der Kauf der NSG war ein wichtiger und richtiger Schritt, den wir mit der Aufstockung unserer Beteiligung auf 100 Prozent konsequent fortgesetzt haben, weil sich die Gesellschaft besser entwickelt hat als ursprünglich erwartet. Wir schauen auch zukünftig nach Unternehmen, die wir ergebnissteigernd integrieren können und die gemeinsame Wachstumsperspektiven versprechen. Unsere liquiden Mittel zum 31.12.2007 lagen bei mehr als zehn Millionen Euro. Damit können wir ein Unternehmen in der Größenordnung von zirka 100 Millionen Euro kaufen.

... wann dann?

Auch die Cancom-Aktie blieb von den jüngsten Kursturbulenzen nicht verschont. Inzwischen liegt das 2008er-KGV bei nur 6 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis unter 0,1. Wer dem Beispiel von AvW Invest folgt, sichert sich auf Sicht von zwölf Monaten eine 50-Prozent-Chance.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 07/2008.

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