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Wenn der Warren mit dem Nelson

An der Börse gibt es manchmal Selbstläufer. Beispielsweise den Einstieg von Warren Buffett bei einem Unternehmen: Übernimmt der Multimilliardär Anteile an einer Gesellschaft, ist das in der Regel der Startschuss für eine kleine Kursrallye. Jüngstes Beispiel ist das Papier von Kraft Foods.

Beim Nahrungsmittelriesen Kraft Foods geben sich die Großinvestoren zurzeit die Klinke in die Hand.

An der Börse gibt es manchmal Selbstläufer. Beispielsweise den Einstieg von Warren Buffett bei einem Unternehmen: Übernimmt der Multimilliardär Anteile an einer Gesellschaft, ist das in der Regel der Startschuss für eine kleine Kursrallye. Jüngstes Beispiel für die Marktmacht des „Orakels von Omaha“, wie Buffett wegen seiner Investmenterfolge genannt wird, ist das Papier von Kraft Foods: Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hatte Ende vorletzter Woche bekannt gegeben, beim US-Nahrungsmittelkonzern, dessen Portfolio neben Kraft Ketchup auch andere bekannte Marken wie Milka und Jacobs umfasst, eingestiegen zu sein – prompt schoss die Aktie um rund sieben Prozent in die Höhe.

Schon seit Sommer dabei

Dabei liegt Buffetts Einstieg eigentlich schon etwas länger zurück. In der Pflichtmitteilung an die Börsenaufsichtsbehörde SEC vom vorletzten Freitag ließ Berkshire verlauten, dass man rund die Hälfte des jetzigen Anteils von 8,6 Prozent an Kraft bereits bis zum ver­gangenen Juni angehäuft hatte. Allerdings habe man das Engagement erst jetzt veröffentlicht.

Da war jemand schneller

Buffett ist damit nun größter Einzelaktionär bei Kraft. Er ist allerdings nicht der erste bekannte Großinvestor. Bereits im vergangenen Sommer hatte sich Nelson Peltz mit drei Prozent bei Kraft eingekauft (DER AKTIONÄR berichtete), der zuvor schon groß beim Süßwaren- und Getränkekonzern Cadbury Schweppes eingestiegen war. Peltz’ Einfluss war bislang allerdings nicht der, den sich die Kraft-Aktionäre erwartet hatten, der bisherige Kursverlauf war mäßig. Die Enttäuschung ist nachvollziehbar: Angesichts eines Umsatzes von 43,3 Milliarden Dollar (Prognose 2009) ist Kraft mit einem aktuellen Börsenwert von 48 Milliarden Dollar nicht gerade teuer.

Fazit

Die Börse scheint überzeugt zu sein, dass Nelson Peltz und Warren Buffett das Kind zusammen schaukeln werden. Buffett ist immerhin bekannt dafür, nur zu investieren, wenn er Unternehmen für unterbewertet hält. Wer auf den Buffett-Peltz-Faktor spekuliert, sollte eine kleine Position in sein Depot aufnehmen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 10/2008.

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