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Wenn der „Bestrafer“ den „Bestatter“ trifft

Dass die US-Amerikaner den Hang haben, Sport und Show miteinander zu vermischen, ist allgemein bekannt. Und wenn es doch noch eines Beweises bedarf, dann muss man sich nur einmal Wrestling anschauen. Die Aktie des Wrestling-Veranstalters WWE hat turbulente Monate hinter sich. Zeit für den Turnaround?

Die Aktie des Wrestling-Veranstalters WWE hat turbulente Monate hinter sich. Zeit für den Turnaround?

Dass die US-Amerikaner den Hang haben, Sport und Show miteinander zu vermischen, ist allgemein bekannt. Und wenn es doch noch eines Beweises bedarf, dann muss man sich nur einmal Wrestling anschauen, eine Form des Ringens, bei der die Zuschauer inszenierte Kämpfe zu sehen bekommen. Die Begegnungen zwischen Ringern mit martialischen Namen wie „Punisher“ („Bestrafer“) oder „Undertaker“ („Leichenbestatter“) sind vollgespickt mit athletischen Höchstleistungen – und teilweise von Anfang bis Ende choreographiert.

Riesiger Konzern

Die wohl bekannteste Wrestling-Liga ist die World Wrestling Entertainment, kurz WWE, die etwa in Deutschland dank der TV-Sendung „Smackdown“ bekannt ist. Dabei ist „Liga“ eigentlich die falsche Bezeichnung für WWE. Denn dahinter steckt vielmehr ein Riesenkonzern, der jährlich fast eine halbe Milliarde Dollar umsetzt – mit weltweiten Tourneen, TV-Shows, Film- und DVD-Produktionen, Computerspielen und Inhalten für andere digitale Medien. So hat die WWE etwa einen Vertrag mit dem Telefonriesen AT&T abgeschlossen, in dem es um die Vermarktung von WWE-Logos, -Videos und -Klingeltönen auf den Handys von AT&T-Kunden geht.

Ins Straucheln geraten

In den vergangenen Monaten waren es zwar vor allem Negativschlagzeilen, die von der WWE kamen. So beging einer der populärsten Stars der Liga Selbstmord, nachdem er seine Familie umgebracht hatte. Zudem wurden mehrere WWE-Wrestler wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauch suspendiert. Nicht zuletzt deshalb geriet auch der WWE-Aktienkurs ins Straucheln, das Papier verlor von Anfang Juni bis Mitte August rund 25 Prozent seines Wertes.

Doch die Bewertung der Aktie ist nun auf einem attraktiven Niveau, das KGV auf Basis der Schätzungen für das kommende Jahr beträgt gerade einmal 20 – vor dem Hintergrund, dass der Gewinn 2008 um knapp 50 Prozent wachsen soll, ein Schnäppchen. Ähnlich sehen es auch die Analysten von Roth Capital, die das Papier von WWE jüngst erstmals behandelten und dabei mit „buy“ einstuften.

Fazit

WWE ist Marktführer bei Sportshows, die in den USA bereits Hallen füllen, die aber im Rest der Welt noch ordentliches Potenzial haben. Das Engagement im Bereich der digitalen Medien sorgt zudem für einen Schuss Extra-Fantasie. Wer auf einen Turnaround spekuliert, sollte sich einige WWE-Aktien ins Depot legen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 45/2007.

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