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Bayern-Stars wie Rodriguez oder Paris Hilton werben für ICOs – jetzt einsteigen?

Viele Promis wie der Fußballspieler James Rodriguez, Paris Hilton, der Boxweltmeister Floyd Mayweather oder der ehemalige NBA Star Dennis Rodman werben für ICOs (Initial Coin Offerings). Rodman war in Singapur während des historischen Treffens zwischen Donald Trump und Kim Jong-un in einem T-Shirt mit dem Logo von PotCoin, einer Kryptowährung, zu sehen. Erhöhen solche Promi-Zusammenarbeiten den Wert der digitalen Tokens? Die SEC (Securities and Exchange Commission) warnt, dass dabei gegen die Wertpapiergesetze verstoßen werden könnte. Es wäre aber nicht richtig, ICOs, welche vor allem zur Finanzierung neuer Krypto-Projekte dienen, apriori für schlecht zu halten. Es gibt schlechte, aber auch gute Beispiele.

Ob die von Bayern-Star James Rodriguez initiierte Kryptowährung JR10 Token später zu den guten Beispielen zählt, wird sich noch zeigen. Der Verkauf ist erst seit dem 12. Juni 2018 am Start. Bereits im Vorverkauf zeigten aber die Investoren der ersten Stunde ihre positive Stimmung: die ersten $500.000 waren innerhalb von zwölf Sekunden ausverkauft.

Paris, Floyd sowie John McAfee greifen mit ihrer Zusammenarbeit an ICOs daneben

Ende 2017 warb Paris Hilton über ihr Twitter Account für Lydian – eine Marketing-Plattform für die Blockchain-Community: „looking forward to participating in the new @LydianCoinLtd Token“ mit einem hashtag „ThisIsNotAnAd“. Ihr Tweet diente für Kontroverse; nicht zuletzt, weil der CEO von Lydian, Gubaksh Chahal, wegen wiederholter häuslicher Gewalt zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Zudem war unklar, ob LydianCoins von der SEC nicht als Wertpapiere klassifiziert werden, was das ICO unmöglich machen würde. Paris Hilton hat ihren Tweet letztendlich gelöscht und berichtete, sie steht nicht mehr in Verbindung zu Lydian. Das Wichtigste für die Investoren: wie entwickelte sich der Preis der Token? Bitter. Ein LydianCoin notiert aktuell bei $0,06 und ist nur auf wenigen Börsen handelbar. Im Vorverkauf war ein LydianCoin $3,75 wert.

Der ehemalige Boxweltmeister Floyd Mayweather hat gleich mehrere ICOs unterstützt. Sein Werben für Stox.com war zumindest aus zwei Gründen fragwürdig. Die Kritik hieß, wie im Fall von Lydian ICO, dass es sich lediglich um eine Wertpapieremission handelte. Darüber hinaus war es unklar, ob Mayweather für seine Instagram Posts bezahlt wurde. Also genau die zwei Punkte, die laut SEC gegen Wertpapiergesetze verstoßen könnten. Floyd unterstütze Stox via Instagram im Juli 2017. Im September 2017 war ein Token $1,09 wert, heute nur $0,31 – eine Abwertung von etwa fast 72 Prozent. In September 2017 unterstützte der Boxer, gefolgt von DJ Khaled, ein weiteres ICO – diesmal für die Kryptowährung der Centra Tech. Die Gründer des Startups wurden jedoch wegen gefälschter Partnerschaften mit Visa und MasterCard verurteilt. Die Token schwankten im August 2017 um etwa $1,30. Der aktuelle Kurs beträgt $0,02.

John McAfee, Entwickler der gleichnamigen Computer-Sicherheits-Software, ist ebenso kein Neuling im Werben für ICOs. Er bietet an, ein ICO via Twitter zu unterstützen. Dafür bekommt er $105.000 oder $0,12 pro Follower. Tatsächlich gewinnen die durch McAfee befürworteten Kryptowährungen an Wert. Das Problem liegt allerdings in der Authentizität seiner Tweets. Im Dezember 2017 veröffentlichte er auf Twitter, dass sein Account gehackt wurde. Daher besteht ein Risiko, dass obskure Kryptowährungen in seinem Namen befürwortet werden.

Die SEC warnt vor ICOs mit Promis

Die SEC sprach in einem Bericht vom November 2017 eine Warnung aus, dass durch Promis unterstützte ICOs illegal sein könnten. Erstens, Promis müssen ihre mögliche Vergütung für die Zusammenarbeit offenlegen. Zweitens, sollte es sich bei dem ICO um Wertpapiere handeln, macht man sich durch Unterstützung eines solchen nicht-registrierten Verkaufs von Wertpapieren potenziell haftbar. Die SEC appelliert, dass Investitionsentscheidungen nicht allein aufgrund Unterstützungen durch Promis getätigt werden sollten. Eine ebenfalls kritische Stellung gegenüber ICOs hat Gerald Hörhahn, Unternehmer und Gründer des Investmentpunk.com, in einem Interview mit DER AKTIONÄR geäußert. Laut seiner Schätzungen sind 98% der ICOs als „Trash“ einzuordnen. Obwohl sie in der Minderheit stehen, gibt es auch erfolgreiche ICOs.

Seit den ICOs von EOS und Ethereum erwirtschaftet man hohe Gewinne

Der ICO Preis des EOS Token betrug $0,99. Aktuell ist der Kurs bei $10,10. Die innovative Blockchain Architektur von EOS ist in der Kryptowelt geschätzt – es ermöglicht vertikale sowie horizontale Skalierung von dApps (dezentrale Apps). Es kann Millionen von Transaktionen pro Sekunde skalieren und eliminiert Nutzungsgebühren. In den Foren wird EOS oft als „Killer“ des Ethereums genannt. Ethereum ist ebenso eine Blockchain Plattform und wurde bereits in 2014 von Ashton Kutcher unterstützt. Sein Tweet hieß „decentralizing the world…“ und verwieß auf Ethereum.

Der Erfolg von Ethereum wiederspiegelt sich in der Preisentwicklung. Anfang August 2015 notierte der Kurs bei $2,83, im Juni 2018 bei $532,71. Ob EOS tatsächlich zum „Killer“ des Ethereums sein wird, zeigt sich noch mit der Zeit.

ICOs bleiben für Startups eine attraktive Finanzierungsform mit der man traditionelle Kapitalbeschaffungsmethoden umgehen kann, denn sie basieren auf Blockchain-Technologie und sind schwach reguliert. Die SEC bringt zwar triftige Argumente in der Warnung vor ICOs, EOS und Ethereum zeigen aber, dass man ICOs (auch die durch Promis unterstützten) nicht verwerfen sollte. Vielmehr sollte man eine Einzelfallbetrachtung vornehmen. Wenn man durch Promis auf Krypto-Startups aufmerksam gemacht wird, sollte man allein auf Basis dieser Information nicht investieren, sondern das Team hinter dem Startup recherchieren und die White Papers analysieren. Mehr Hintergründe sind regelmäßig auf https://www.bitcoinreport.de/ zu finden.

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