SALIX PHARMACEUTIC.DL-001
- DER AKTIONÄR

Weniger Sex, weniger Risiko

Mit Biotech-Aktien, insbesondere den Papieren von Medikamentenentwicklern, können Anleger viel Geld verdienen. Nicht selten befördern gute Daten aus klinischen Studien mit neuartigen Arzneikandidaten die Aktien der Entwickler katapultartig in die Höhe. Der Haken: Genau so schnell kann es auch in die andere Richtung gehen. Denn die Entwicklung neuer Medikamente ist langwierig, teuer und riskant.

Salix verzichtet auf riskante Medikamententests und verdient trotzdem gutes Geld. Anleger können mitverdienen.

Mit Biotech-Aktien, insbesondere den Papieren von Medikamentenentwicklern, können Anleger viel Geld verdienen. Nicht selten befördern gute Daten aus klinischen Studien mit neuartigen Arzneikandidaten die Aktien der Entwickler katapultartig in die Höhe. Der Haken: Genau so schnell kann es auch in die andere Richtung gehen. Denn die Entwicklung neuer Medikamente ist langwierig, teuer und riskant. Nur einer von zehn Produktkandidaten schafft es in die Verkaufsregale. Dabei gelten vor allem die frühen Phasen der Entwicklung als besonders risikoreich: Muss ein Unternehmen einen Entwicklungsflop melden, sind herbe Kursverluste die Folge.

Das andere Modell

Die US-Firma Salix Pharmaceuticals verfolgt ein Geschäftsmodell, das darauf ausgerichtet ist, dieses Risiko zu minimieren. Das Unternehmen Carolina hat sich darauf spezialisiert, Produktkandidaten, die sich bereits in späten Phasen der Entwicklung befinden, von anderen Firmen einzulizenzieren. Damit geht zwar ein bisschen des biotechtypischen „Sex-Appeals“ verloren, dafür erwirtschaftet Salix aber im Gegensatz zu einem Großteil der Konkurrenz bereits anständige Gewinne.

Gutes Geschäft

2001 brachte Salix das erste Medikament auf den Markt; inzwischen verkaufen die Amerikaner bereits neun Arzneien, allesamt zur Behandlung von Störungen oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Die Produkte werden über eine fast 100 Mann starke Vertriebsmannschaft direkt an die mehr als 13.000 Fachärzte in den USA veräußert. Zu den Verkaufsschlagern gehören Colazal, das die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa bekämpft, und Xifaxan, mit dem Durchfall behandelt wird, der durch E.coli-Bakterien ausgelöst wird. Obwohl Salix an die ursprünglichen Entwickler Lizenzgebühren zahlen muss, ist das Geschäft einträglich: Im Geschäftsjahr 2006 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf knapp 209 Millionen Dollar. Der Nettogewinn betrug 31,5 Millionen Dollar oder 0,65 Dollar je Aktie, nachdem 2005 noch ein Verlust angefallen war. Für die kommenden Jahre gehen die Analysten von weiteren Steigerungen in ähnlicher Größenordnung aus. So sollen im laufenden Jahr etwa 262 Millionen Dollar durch die Salix-Bücher gehen, unter dem Strich soll ein Plus von 0,86 Dollar je Aktie stehen. Bis 2010 sagen die Analysten ein Umsatzwachstum auf über 400 Millionen Dollar und einen Gewinn von 1,54 Dollar voraus.

Solide Sache

Vielleicht ist die Aktie von Salix auf den ersten Blick weniger reizvoll als die klassischen Biotech-Papiere. Dafür bietet das Papier dem Anleger aber ein höheres Maß an Sicherheit. Er investiert in ein Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell und robustem Wachstum. Die Aktie eignet sich daher auch für konservativere Anleger.

Kursziel bei Salix: 14,00 Euro. Stopp: 7,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 24/2007.

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