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Weltwirtschaftsforum in Davos 2013 – ein Rückblick und Ausblick

Der Aktionär sprach vor Ort u. a. mit Young Global Leader Christian Angermayer

„Resilient Dynamism“ war das Motto des diesjährigen Weltwirtschaftsforums, das letzten Samstag zu Ende ging. Auf gut Deutsch „Widerstandsfähige Dynamik“ – oder wie viele scherzten „Hurra wir leben noch“. Denn vor einem Jahr war die Stimmung in dem Schweizer Bergdorf alles andere als positiv gewesen. Zahlreiche Top-Ökonomen wie Nouriel Roubini hatten gar den Weltuntergang bzw. zumindest das Auseinanderbrechen der Eurozone mit allen negativen Konsequenzen auf die Weltwirtschaft vorausgesagt. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen und in einem waren sich dann auch alle einig: Mario Draghi gebührt der Titel „Held des Jahres 2012“ für sein beherztes Eingreifen.

Überhaupt ist das WEF ein faszinierendes Treffen der Mächtigen und Reichen. Hier treffen Dax-Vorstände wie Lufthansa-CEO Christoph Franz auf Banken-Zaren wie Anju Jain (Deutsche Bank) oder Lloyd Blankfein (Goldman Sachs) und auf Politikergrößen wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Italiens Premierminister Mario Monti, gepaart mit den Top-Unternehmern aus Russland (zum Beispiel Oligarch Oleg Deripaska) ebenso wie den USA (zum Beispiel Facebook-Gründer Marc Zuckerberg).

Oft wird Davos auch als „speed dating für Manager“ bezeichnet. Christian Angermayer, Young Global Leader (eine der Mitgliederkategorien) des World Economic Forums, der trotz seiner 34 Jahre bereits zum vierten Mal dabei war, hält dagegen: „Ich finde genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt keine andere Konferenz, auf der sich solche Top-Leute aus den verschiedensten Kategorien und Disziplinen treffen, um wirklich einige Tage ruhig und überlegt darüber zu diskutieren, wie man den strukturellen Veränderungen unserer Welt begegnet und wie man einige der großen Probleme lösen kann.“

Doch was erwartet diese Ansammlung von Experten für 2013? Zwar ist die Stimmung der Investoren generell entspannt, aber Draghi warnt vor allzu viel Optimismus.  Die Erholung in der Euro-Zone ist seiner Einschätzung nach noch längst nicht robust genug, um die Krisenpolitik der Regierungen und der Notenbank beenden zu können. Die angestoßenen Maßnahmen zur Konsolidierung der Haushalte und zur Förderung von Wachstum müssten in diesem Jahr entschlossen umgesetzt werden.

Für Anleger gilt daher in den nächsten Monaten: Etwas Vorsicht hat noch nie geschadet.

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