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Welch ein Comeback!

Nach dem Platzen der Spekulationsblase führte die Telekommunikations-Branche lange Zeit ein Schattendasein an der Börse. Nun entdecken Anleger die Telekoms wieder. Mit Recht, denn etliche Aktien sind günstig bewertet - und locken mit erstklassigen Dividendenrenditen.

Anleger entdecken die Telekoms wieder. Etliche Aktien sind günstig bewertet - und locken mit erstklassigen Dividendenrenditen.

Von Andreas Deutsch

Noch vor wenigen Jahren mieden die Anleger Telekom-Aktien wie der Teufel das Weihwasser. Mittlerweile stehen die Papiere auf den Watchlists weit oben. Dies hat mehrere Gründe: Erstens haben viele Telekom-Konzerne eine erfolgreiche Sanierung hinter sich und stehen glänzend da. Zweitens sind die Aktien günstig bewertet und drittens lockt die Branche mit sensationell hohen Dividendenrenditen.

Deutsche Telekom (fast) saniert

Die Deutsche Telekom zum Beispiel zahlt ihren Anlegern dieses Jahr 0,62 Euro. Beim aktuellen Kurs von 15,44 Euro ergibt sich eine Rendite von vier Prozent. Die Analysten von SES Research gehen davon aus, dass das Unternehmen im nächsten Jahr 0,70 und im übernächsten Jahr 0,80 Euro ausschütten wird, womit sich die Rendite auf 4,5 bzw. 5,2 Prozent beläuft.

Deutsche Telekom (fast) saniert

Die Deutsche Telekom zum Beispiel zahlt ihren Anlegern dieses Jahr 0,62 Euro. Beim aktuellen Kurs von 15,44 Euro ergibt sich eine Rendite von vier Prozent. Die Analysten von SES Research gehen davon aus, dass das Unternehmen im nächsten Jahr 0,70 und im übernächsten Jahr 0,80 Euro ausschütten wird, womit sich die Rendite auf 4,5 bzw. 5,2 Prozent beläuft.

Starkes Comeback

Telefonica wird 2005 eine Dividende von 1,06 Euro (inklusive Bonusaktie) zahlen. Der spanische Telekomriese hat seinen Schuldenberg drastisch abgebaut und stand bis vor kurzem nur noch mit knapp 18 Milliarden Euro in der Kreide. Nachdem Telefonica angekündigt hatte, die Internettochter Terra Networks von der Börse zu holen, gab es jede Menge Lob von den Analysten. Erstens sparen die Spanier auf diese Weise ein Vermögen. Zweitens macht der Schritt strategisch Sinn, da durch die Fusion die zunehmenden Verschmelzungen im Telefonie- und im Internetgeschäft vermieden werden können.

Top-Renditen

Wer sich hohe Dividenden einstreichen will, wird an osteuropäischen Telekomunternehmen nicht vorbeikommen. Die Deutsche-Telekom-Tochter Magyar Tavkozlesi - kurz Matav - zahlt ihren Aktionären in diesem Jahr pro Anteilschein umgerechnet 0,33 Euro - das macht eine aktuelle Rendite von sage und schreibe 7,8 Prozent.Die tschechische Telefongesellschaft Cesky Telecom wird 2005 voraussichtlich umgerechnet 1,53 Euro zahlen, womit sich eine Dividendenrendite von sogar 11,5 Prozent ergibt. Telekomunikacja Polska schüttet dieses Jahr aller Voraussicht nach 0,25 Euro aus - macht eine Dividendenrendite von fünf Prozent.

Großzügige KT Corp

Ebenfalls hochinteressant ist die Aktie von KT Corp. Das südkoreanische Telekomunternehmen weist aktuell eine Dividendenrendite von 7,8 Prozent auf. KT Corp profitiert überdurchschnittlich vom starken Wachstum in Südkorea. Das Unternehmen setzt nicht nur auf das klassische Telefongeschäft, sondern bietet darüber hinaus schnelles Internet in mehreren Ländern an. Auf Basis des für 2005 geschätzten Gewinns ergibt sich für KT Corp ein KGV von 9, womit die Aktie ein Schnäppchen ist.

High-Tech

Neben Südkorea läuft auch die australische Börse hervorragend. Eine der Top-Aktien in Down Under ist Telstra. Das Papier des Telekomkonzerns hat seit Anfang des Jahres knapp zwölf Prozent zugelegt - und den australischen Index All Ordinaries klar outperformt. Telstra sorgte zuletzt für Schlagzeilen, als das Unternehmen einen Probelauf mit internetfähigen Münzfernsprechern startete. Kunden können an den Geräten E-Mails versenden, die auch Bilder und Videos enthalten.

Spitzenwerte

Eine weitere Aktie mit Potenzial ist Shin Corporation. Wichtigstes Tochterunternehmen des Konglomerats ist Advanc, die thailändische Nummer 1 im Mobilfunk. Shin Corporation zählt neben den Banken zu den absoluten Blue Chips in dem stark wachsenden asiatischen Land. Deswegen ist die Aktie auch für ausländische Investoren mit am interessantesten. Auf Basis des für 2006 erwarteten Gewinns ergibt sich für Shin Corporation ein KGV von gerade einmal 10, die aktuelle Dividendenrendite beläuft sich auf 5,2 Prozent. Telecom Corporation New Zealand zahlt dieses Jahr wohl 0,41 Neuseeländische Dollar je Aktie, damit ergibt sich eine aktuelle Rendite von 6,7 Prozent. Das Unternehmen ist mit fast 30 Prozent das Schwergewicht im New Zealand All Ordinaries Index und seit 1991 an der Börse notiert. Seitdem hat die Aktie satte 110 Prozent zugelegt.

Fazit: Viele gute Gründe

Die Telekoms - von den Anlegern lange verschmäht - entwickeln sich zu Dividendenaktien erster Klasse. Das gilt nicht nur für die "Exoten", sondern auch für die europäischen Spitzenunternehmen - wie die Deutsche Telekom und Telefonica. Zudem sind viele Konzerne günstig bewertet, in stark wachsenden Märkten hervorragend positioniert und haben deshalb viel Kurspotenzial. Anleger sollten die Geldgeschenke der Telekoms annehmen und sich ein paar Aktien ins Depot legen.

So funktioniert die Performance-Box:

Die Performance-Box gibt an, wie sich die Aktie plus Dividendenzahlungen in den letzten fünf Jahren (bzw. seit Erstnotiz) entwickelt hat. Der Kasten links gibt Auskunft über die reine Kursentwicklung, der mittlere Kasten über die mit den Dividenden erzielte Rendite, der rechte Kasten die Gesamtperformance.

 

 

Dieser Artikel stammt aus dem Dividenden Report Ausgabe# 03/2005. Nutzen Sie unsere aktuelle Sonderaktion: Testen Sie den Dividenden Report im Probeabo (3 Ausgaben) und sichern Sie sich den Börsenklassiker "Der große Kostolany" als Gratisprämie!

 

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