- DER AKTIONÄR

Weiterer Börsengang "mittelfristig" eine Option

Am Mittwoch feierte die Wallstreet-Online Capital AG ein erfolgreiches Börsendebüt. Doch warum ging nicht die Mutterfirma an die Börse? Diese und weitere Fragen stellte DER AKTIONÄR im Vorfeld dem Vorstand des Börsenneulings, René Krüger, und dem Firmengründer und Vorstand der Muttergesellschaft, André Kolbinger.

Am Mittwoch feierte die Wallstreet-Online Capital AG ein erfolgreiches Börsendebüt. Doch warum ging nicht die Mutterfirma an die Börse? Diese und weitere Fragen stellte DER AKTIONÄR im Vorfeld dem Vorstand des Börsenneulings, René Krüger, und dem Firmengründer und Vorstand der Muttergesellschaft, André Kolbinger.

Von Nancy Lanzendörfer

Beim Börsengang handelte es sich lediglich um eine Notierungsaufnahme im Frankfurter Freiverkehr, ohne die Ausgabe neuer Aktien. Die Titel notierten heute nach einem Eröffnungskurs von 20,50 Euro zwar kurze Zeit später bei 19,16 Euro, im Tagesverlauf kletterten sie jedoch über die 23-Euro-Marke.

DER AKTIONÄR: Herr Kolbinger, Herr Krüger, erklären Sie uns doch bitte kurz, warum die Wallstreet-Online Capital AG an die Börse ging. Und warum geht nicht der Mutterkonzern, die Wallstreet-Online AG, an die Börse?

René Kürger: Die Wallstreet-Online Capital hat sich in den letzten zwei Jahren zum führenden Anbieter von Fondsprodukten über das Internet entwickelt. Wir glauben, dass wir mit einem Börsengang deutlich mehr Aufmerksamkeit für unser Unternehmen erreichen werden, was sich unmittelbar auf die Umsatzzahlen auswirken sollte.

André Kolbinger: Viele Anleger tätigen ihre Fondsanlagen heute noch über klassische Hausbanken beziehungsweise Makler und wissen nicht, dass sie bis zu fünf Prozent durch Agioreduzierungen sparen können. Für die Wallstreet-Online AG könnte ein Börsengang mittelfristig auch eine Option sein.

DER AKTIONÄR: Sind zukünftig Kapitalerhöhungen angedacht?

André Kolbinger: Kurzfristig sind keine Kapitalerhöhungen geplant. Für unser operatives Wachstum sind wir finanziell solide aufgestellt.

DER AKTIONÄR: Mit welchem organischen Wachstum rechnen Sie und sind vielleicht auch Akquisitionen geplant?

René Krüger: Im Vergleich zum Vorjahr sind wir 2005 bereits deutlich über 100 Prozent im Fondsabsatz gewachsen und werden bis Ende des Jahres knapp 30 Millionen Euro Fondsvolumen vermittelt haben.Für 2006 rechnen wir mit einem nochmaligen deutlichen Absatzwachstum. Dazu trägt vor allem das starke Wachstum im Bereich Investmentfonds bei. Über unsere Website www.fondsdiscount.de bieten wir über 6.200 Fonds mit bis zu 100 Prozent Agionachlass an und treffen damit genau das Interesse einer großen Zahl von Anlegern.

André Kolbinger: Akquisitionen planen wir kurz- und mittelfristig nicht. Für uns steht primär der Ausbau unserer Produktpalette im Vordergrund.

DER AKTIONÄR: Haben sich die Altaktionäre zu einer Lock-up-Frist verpflichtet? Und wie hoch sollte der Freefloat nach dem Börsengang sein beziehungsweise wie wird die Aktionärsstruktur danach aussehen?

André Kolbinger: Nein, eine Lock-up-Frist gibt es nicht. Größter Aktionär ist die Familie Kolbinger mit circa 73 Prozent, etwa 15 Prozent liegen beim Management, weitere 12 Prozent befinden sich im Streubesitz. Da weder Management noch Großaktionäre derzeit den Verkauf wesentlicher Anteile planen, wird sich der Freefloat im Bereich von 12 bis 15 Prozent bewegen.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV