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- Martin Weiß - stellv. Chefredakteur

Weibo-IPO: Sind die Chinesen besser als Twitter?

Die chinesische Internetfirma Sina arbeitet mit Hochdruck an Börsenplänen für ihre Tochter Weibo. Der Kurznachrichtendienst ist die chinesische Variante von Twitter - mit einem entscheidenden  Unterschied.

Wie aus den offiziellen Dokumenten der US-Wertpapieraufsicht SEC hervorgeht, beabsichtigt Weibo ein Listing an der Wall Street. Ob die Aktien an der Computerbörse Nasdaq oder der NYSE gehandelt werden, wie viele Aktien zur Platzierung kommen und wie hoch die Preisspanne ist, steht noch nicht fest.

Bekannt ist hingegen, wie viel Kapital eingesammelt werden soll: 500 Millionen Dollar.

Ein Platzierungsvolumen von zehn bis 15 Prozent unterstellt, errechnet sich für Weibo ein Börsenwert von 3,3 bis fünf Milliarden Dollar.

DER AKTIONÄR kalkuliert mit einer Bewertung eher am oberen Ende der genannten Spanne. Hintergrund: Im April 2013 sicherte sich die Investmenttochter der Alibaba Group 18 Prozent der Anteile für rund 586 Millionen Dollar. Die stürmische operative Entwicklung bei Weibo und der zwischenzeitlich erfolgte (und erfolgreiche) Börsengang des US-Konkurrenten Twitter sprechen für ein insgesamt gestiegenes Bewertungsniveau.

Hier ein schneller Vergleich zwischen Weibo und Twitter:

 

Nutzer
Monat
(MAU)

Nutzer
Tag
(DAU)

Umsatz
2013 in
Mio. US-$

Ergebnis
2013 in
Mio. US-$

Weibo 129,1 61,4 188,0 -38,1
Twitter 241,0 665,0 -34,4


Twitter behält in der Gegenüberstellung klar die Nase vorn. Die Amerikaner erzielen rund drei Mal so viel Umsatz wie Weibo und haben knapp doppelt so viele Nutzer. Was die Zuwachsraten bei den letztjährigen Erlösen betrifft, liefern sich beide mit jeweils mehr als 150 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen 

Doch macht das Twitter zum besseren Investment? Kaum!

Das US-Papier ist viel zu hoch bewertet und bringt es trotz der jüngsten Korrektur noch immer auf ein KUV von 35. Selbst am oberen Ende der Spanne ist Weibo mit einem Vielfachen von 28 deutlich günstiger. 

Fazit: Sofern alle Beteiligten ihre Gier im Zaum halten, könnte Weibo mit einer moderaten Bewertung an die Börse kommen. Bis es soweit ist, bietet sich ein indirektes Investment via Sina an.

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