PFLEIDERER AG
- Markus Bußler - Redakteur

Was macht eigentlich … Pfleiderer?

Eine der größten Enttäuschungen des zu Ende gehenden Jahres ist sicherlich das Papier des Holzverarbeiters Pfleiderer: Die Aktie des einst im MDAX gelisteten Konzerns notiert mittlerweile nicht einmal mehr bei 0,30 Euro. Zur Erinnerung: Zu Beginn des Jahres zahlten Anleger noch rund 2,50 Euro für eine Aktie. Besteht Aussicht auf Besserung im neuen Jahr?

Zuletzt hat der Konzern zumindest operativ Fortschritte gemacht: Der Umsatz im fortgeführten Geschäft stieg von Juli bis September trotz der Schließung von drei Werken in Deutschland um knapp fünf Prozent auf 297,5 Millionen Euro. Dabei erwies sich vor allem das Geschäft in Osteuropa mit einem Plus von 20 Prozent als Wachstumstreiber. Das EBITDA kletterte auf 28,1 Millionen Euro.

Weiteres Wachstum erwartet

So weit, so gut: Doch die Sanierung belastet die Bilanz. Mit allen Konzernteilen und den Sonderlasten für den Umbau ergibt sich im dritten Quartal ein Verlust von 27,9 Millionen Euro. Der Lichtblick: Nach Konzernangaben ist die Restrukturierung in Westeuropa weitgehend abgeschlossen. Auch beim Verkaufsprozess in Nordamerika gibt es wohl erste Fortschritte. 2012 rechnet das Management mit einem weiteren Umsatzwachstum. Auch das operative Ergebnis soll sich weiter verbessern. Auch auf der Finanzseite zeigt sich der Konzern optimistisch: Das Management geht davon aus, dass der Schuldenschnitt nicht durch die Gerichte aufgehalten wird. Die Sanierung soll also nicht in Gefahr sein.

Für den Konzern ist ein Schuldenschnitt wohl überlebenswichtig, andernfalls droht sogar ein Insolvenzantrag. Allerdings werden Anleger auch bei einem positiven Entscheid durch die Gerichte kaum Hoffnung haben, das investierte Geld jemals wieder zu sehen. Durch den Schuldenschnitt werden die Anteile der Altaktionäre völlig verwässert. Eine deutliche Erholung des Aktienkurses auf absehbare Zeit erscheint damit höchst unwahrscheinlich. Anleger sollten das Papier auch im kommenden Jahr weiter meiden.

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