PC-Ware
- DER AKTIONÄR

Was lange währt

Mit reichlich Verspätung bringt Microsoft sein Betriebssystem Vista in den Handel. Aber die lange Entwicklungszeit führte nicht unbedingt zu einem Qualitätszuwachs. Aktuell sind rund 500 Sicherheitslücken bei Vista bekannt und die Behebung alter Schlupflöcher ist oft umständlich gelöst. "Microsoft hat sich zwar Gedanken gemacht, doch hapert es noch an der Umsetzung", so ein IT-Experte im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

Windows Vista kommt jetzt endlich in den Handel. Für PC-Ware bedeutet das klingelnde Kassen.

Mit reichlich Verspätung bringt Microsoft sein Betriebssystem Vista in den Handel. Aber die lange Entwicklungszeit führte nicht unbedingt zu einem Qualitätszuwachs. Aktuell sind rund 500 Sicherheitslücken bei Vista bekannt und die Behebung alter Schlupflöcher ist oft umständlich gelöst. "Microsoft hat sich zwar Gedanken gemacht, doch hapert es noch an der Umsetzung", so ein IT-Experte im Gespräch mit dem AKTIONÄR.

Noch nicht perfekt

Gerade dieser Umstand bedeutet für IT-Dienstleister wie PC-Ware mittelfristig eine gute Wachstumsgrundlage. Die Leipziger, die rund 40 Prozent ihrer Umsätze mit Microsoft-Produkten erwirtschaften, sind europäischer Marktführer bei der Software-Lizenzierung sowie im Lizenzmanagement. Die Firma deckt die Wertschöpfungskette von der Beratung über die Finanzierung bis hin zum Support ab und dürfte in den nächsten Monaten von einem erhöhten Schulungs-und Supportbedarf bei Vista profitieren. Außerdem gilt das Betriebssystem als sehr ressourcenhungrig. Die Anschaffung aktueller Hardware wird für viele Unternehmen unumgänglich sein. Dass das neue Windows trotz seiner Probleme ein kommerzieller Erfolg wird, gilt unter Branchenkennern dennoch als sicher. Wenn Microsoft demnächst den Support für Windows 2000 einstellt, werden die Nutzer auf Vista wechseln, um sich längerfristige Unterstützung durch Updates zu sichern. Laut einer Studie von Forrester Research laufen aktuell noch rund 35 Prozent der Firmencomputer in Europa unter Windows 2000 oder gar einer älteren Version. Neben dem Geschäft mit Microsoft hat bei PC-Ware vor allem der Ausbau der Hardwaresparte Priorität. Die laufende Eingliederung des Systemhauses Senas ist dabei nur der erste Schritt, weitere Zukäufe sollen folgen. Langfristig steht, laut Vorstandsvorsitzendem Knut Löschke, die Expansion nach China auf dem Plan.

Kursziel 20 Euro

Die Einführung von Windows Vista ist eine gute Grundlage für Wachstum. In den nächsten Monaten ist zudem mit einer erhöhten Nachfrage nach Serviceleistungen zu rechnen. Analysten prognostizieren für 2007 ein KGV von 9 bei einer Dividendenrendite von knapp vier Prozent. Angesichts der guten Aussichten und der starken internationalen Aufstellung ist PC-Ware klar unterbewertet.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 51/2006.

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