- DER AKTIONÄR

Warten auf den "ASCO-Effekt"

Mitte Mai findet in Orlando die wichtigste Krebskonferenz des Jahres statt. Ärzte und Patienten hoffen auf bahnbrechende Erfolge in der Forschung. Auch die Anleger sind gespannt und spekulieren bereits im Vorfeld auf steigende Kurse.

Mitte Mai findet in Orlando die wichtigste Krebskonferenz des Jahres statt. Ärzte und Patienten hoffen auf bahnbrechende Erfolge in der Forschung. Auch die Anleger sind gespannt und spekulieren bereits im Vorfeld auf steigende Kurse.

Von Frank Phillipps

Die American Society of Clinical Oncology - kurz ASCO - ist eine der renommiertesten Organisationen im Bereich der Krebsforschung überhaupt. Das Expertennetzwerk umfasst mehr als 20.000 Wissenschaftler aus aller Welt. Jedes Jahr im Frühjahr versammeln sich die Forscher, um die Kollegen und die Öffentlichkeit über die Fortschritte in der Krebsforschung zu informieren. In diesem Jahr findet das ASCO-Meeting vom 13. bis zum 17. Mai in Orlando im US-Bundesstaat Florida statt.Anleger sollten den weltweit größten Krebsfachkongress aufmerksam beobachten. Denn auch viele börsennotierte Unternehmen stellen in Orlando die neuesten Resultate aus der klinischen Entwicklung vor. In der Vergangenheit war es häufig so, dass Spekulationen über die anstehenden Präsentationen die Aktienkurse der beteiligten Firmen bereits im Vorfeld der Konferenz in die Höhe trieben.

Genentech "Superstar"

Einer der Stars auf dem diesjährigen ASCO-Meeting wird der US-Konzern Genentech sein. Bereits vor zwei Jahren hatte der Biotech-Gigant die Konkurrenz mit den Daten aus der klinischen Entwicklung mit seinem Krebsmedikament Avastin geschockt - und die Anleger in Verzückung versetzt. Zur Behandlung von Darmkrebs ist das Mittel bereits zugelassen, doch schon vor einigen Wochen präsentierte Genentech neue Daten aus klinischen Tests, die belegen, dass Avastin sich auch zur Therapie von Lungenkrebs eignet. Die Folge: ein Kursplus von 30 Prozent binnen weniger Tage. Wenn die Ergebnisse, die Genentech im Rahmen des ASCO-Meetings en détail präsentieren wird, auch die US-Gesundheitsbehörde FDA überzeugen, dürfte dies für das Unternehmen einen deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung bedeuten. Bislang gingen die Analysten davon aus, dass Genentech mit Avastin einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar jährlich erzielen kann.Erteilt die FDA die Vermarktungszulassung auch für die Indikation Lungenkrebs, könnte sich das Umsatzpotenzial auf vier Milliarden Dollar verdoppeln. Ein guter Grund, die Aktie von Genentech als Biotech-Basisinvestment im Depot zu haben.

Profiteur Keryx?

Im Windschatten von Genentech dürften aber auch weniger bekannte Unternehmen von ihrer Präsenz beim ASCO-Meeting profitieren. Dazu könnte auch Keryx Biopharmaceuticals gehören. Im ersten Quartal 2004 kaufte Keryx den Konkurrenten Access Oncology auf und übernahm damit drei vielversprechende experimentelle Krebswirkstoffe. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung des Produktkandidaten KRX-0401, der aktuell die zweite Phase klinischer Studien durchläuft. Das Besondere am neuen Hoffnungsträger von Keryx ist, dass dieser gleich auf seine Eignung zur Behandlung von neun verschiedenen Krebsarten getestet wird. Bei der Entwicklung wird Keryx finanziell von den nationalen Gesundheitsbehörden der USA unterstützt. Einen Einblick über den bisherigen Stand wird das Unternehmen auf dem diesjährigen ASCO-Meeting geben. Risikobereite Anleger sollten sich bereits im Vorfeld einige Stücke als Beimischung ins Depot legen.

Geheimtipp Arqule

Nur für extrem risikobereite Investoren eignet sich die Aktie von Arqule. Das kleine Unternehmen aus Massachusetts hat sich auf die Entwicklung extrem kleinmoleküliger Medikamente spezialisiert. Unter den Produktkandidaten befindet sich auch ein Krebswirkstoff, der das Wachstum solider Tumore hemmen soll. Die Erfolgsaussichten für die Arznei mit dem Namen ARQ 501 scheinen gut. Schließlich konnte Arqule für die Realisierung des Projektes den Schweizer Pharmakonzern Roche als Partner gewinnen. Roche, das auch an dem Biotech-Giganten Genentech beteiligt ist, gilt in der Branche als ausgesprochener Experte in der Krebsforschung.Die Aktie stand in den letzten Monaten sehr unter Druck, doch seit Ende Februar deutet sich die Trendwende an. Im Bereich von 4,60 hat sich ein Boden ausgebildet, der als tragfähige Basis für einen neuen Aufschwung dienen sollte. Auf mittlere bis lange Sicht ist eine Kursverdopplung möglich.

 

Keryx - Die Depotbeimischung

Keryx Biopharma

 

ISIN US4925151015
Kurs am 15.04.2005 9,60€
Empfehlungskurs 9,90€
Ziel 18,00€
Stopp 7,50€
KGV 06e -
Chance/Risiko 5/4

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (16/05)

 

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