Solarworld
- Alfred Maydorn - Redakteur

Warren Buffett auf Solar-Einkaufstour – die Rettung für Solon, Conergy, Q-Cells oder Solarworld?

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit hat Star-Investor Warren Buffett in die Solarbranche investiert. Für 1,8 Milliarden Dollar sicherte er sich 49 Prozent an einem Solarpark in Arizona. Für einen Bruchteil dieses Investments könnte er sich gleich reihenweise deutsche Solarunternehmen einverleiben. Wie realistisch ist ein solches Szenario?

Nachdem Warren Buffett bereits Anfang Dezember über seine Tochterfirma MidAmerican Energy rund zwei Milliarden Dollar in einen Solarpark investiert hat, folgte am Freitag der zweite Solar-Streich der lebenden Börsenlegende. Für 1,8 Milliarden Dollar übernahm MidAmerican 49 Prozent am Solarpark Agua Caliente in Arizona mit einer Gesamtleistung von 290 Megawatt.

Aggressive Ausweitung

Es spricht vieles dafür, als seien diese beiden Solarpark-Investments erst der Anfang gewesen. „Wir untersuchen gerade aggressiv weitere Möglichkeiten unsere Präsenz im Sektor der erneuerbaren Energien auszuweiten", kommentiert der Vorstandsvorsitzende von MidAmerican Energy das neue Solar-Investment.

Ist es denkbar, dass Warren Buffett nach den beiden Solarpark-Investments auch komplette Solarunternehmen übernehmen wird? Immerhin bekäme er mit Solarworld, Q-Cells, Conergy und der insolventen Solon gleich vier Solarunternehmen zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 525 Millionen Euro. Und Solarworld hat sogar einen Produktionsstandort in den USA.

Sichere Rendite

Aufgrund bestehender Energielieferungsverträge mit großen US-Stromversorgern wird Buffett mit den beiden Solarparks in den nächsten 25 Jahren eine stattliche jährliche Rendite einfahren. Das Risiko direkter Investments in angeschlagene oder gar insolvente Solarfirmen dürfte dem Star-Investor indes deutlich zu groß sein. Buffett nutzt seine Kapitalstärke, um in den derzeit einzigen lukrativen Bereich der Solarbranche zu investieren: Den Betrieb bestehende Solaranlagen.

Selektive Solarinvestments

Ein Einstieg in Solarunternehmen, die Zellen oder Module produzieren, ist vor diesem Hintergrund äußerst unwahrscheinlich. Denkbar ist höchstens eine Beteiligung oder eine Übernahme eines Solar-Projektierers. Aber auch mit der Planung und Erstellung von Solaranlagen ließ sich zuletzt kaum noch Geld verdienen. Der Betrieb bringt die Rendite - das hat jetzt auch Buffett erkannt und wird sicherlich noch in weitere Solarparks investieren, aber eben nicht in Solarunternehmen.

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| Florian Söllner | 0 Kommentare

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