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- DER AKTIONÄR

Warm-up für den Titel

Vielen Unternehmen beschert die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft 2008 eine Sonderkonjunktur. Welche "Torchancen" sollten Anleger nutzen?

Vielen Unternehmen beschert die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft 2008 eine Sonderkonjunktur. Welche "Torchancen" sollten Anleger nutzen?

Nur noch wenige Monate, dann kehrt das Fußballfieber zurück. In etwa sechs Monaten ist Anstoß für das Eröffnungsspiel zur Fußball-Europameisterschaft 2008 zwischen der Schweiz und Tschechien. An der Börse wird zwar kein Sieger-Pokal vergeben, dennoch gibt es einige Unternehmen, die als Gewinner des sportlichen Großevents bereits jetzt feststehen. Als Börsenfavoriten für die EM 2008 rücken Wettanbieter, Eventdienstleister oder Unternehmen aus dem Werbebereich in den Fokus der Anleger.

Röder Zeltsysteme: Zelte für die EM

Das Beispiel WM 2006 hat gezeigt, dass Fußball die Massen bewegen kann. Eine ähnliche Begeisterung dürfte daher Röder Zeltsysteme und Procon Multimedia Rückenwind verleihen. Neben der EM 2008 wird Röder Zeltsysteme auch bei Olympia 2008 in Peking als Lieferant für Party-, Wein-, Lager- oder Großzelte aktiv sein. Angesichts der zwei bevorstehenden Sportveranstaltungen wäre es verwunderlich, wenn Röder die bisher guten 2007er-Zahlen nicht toppen könnte. Nach den erfreulichen 9-Monatszahlen – der Umsatz kletterte um 18 Prozent auf 45,4 Millionen Euro - dürften auf Gesamtjahressicht 54 Millionen Euro Umsatz und ein Ergebnis je Aktie von etwa 5,50 Euro in den Büchern stehen. Röder profitiert dabei insbesondere vom gut laufenden Vermietgeschäft in Deutschland und einigen Projekten im russischen Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014. Dank EM und Olympia 2008 erwartet DER AKTIONÄR 2008 einen Umsatzanstieg auf 59 Millionen Euro, wobei der Gewinn je Aktie bei 5,93 Euro liegen könnte. Das 2008er-KGV liegt damit bei moderaten 8. Da der Streubesitz nach dem Übernahmeangebot zu 48,50 Euro durch die Udai Vermögensverwaltung nur noch 20 Prozent betragen dürfte, sollten Kaufaufträge limitiert werden.

Procon Multimedia: Hebelwirkung

Dieselbe Story trifft auch auf Procon Multimedia zu. Der Vermieter von Licht- und Tontechnik für Konzerte, Messen, Sportveranstaltungen etc. kann sich dank EM und Olympia auf eine volle Auslastung einstellen. So dürfte es angesichts der kleinen Stadien in den beiden EM-Austragungsländern zum Beispiel viele Public-Viewing-Events geben. Das eigentlich Interessante ist jedoch die vor Kurzem durchgeführte Kapitalerhöhung. Das Grundkapital wurde durch eine Sach- und Bareinlage auf 19.828.317 Aktien aufgestockt. Procon flossen zwar nur 1,4 Millionen Euro an frischer Liquidität zu, die Großaktionäre Günther Fielmann, Morten Carlsson und Christian Möller brachten jedoch 16,65 Millionen Euro an Forderungen ein. Dank der reduzierten Schulden dürfte sich das Nettoergebnis 2008 durch das verbesserte Finanzergebnis merklich steigern. Trotz der Verwässerung aus der Kapitalerhöhung ist ein Gewinn je Aktie von 0,17 Euro realistisch. Das 2008er-KGV beträgt somit einladende 8.

Bet-at-Home.com: die Wette

Auch beim österreichischen Wettanbieter Bet-at-Home.com laufen die Vorbereitungen für die EM 2008 auf Hochtouren. 20 Millionen Euro will Vorstandschef Franz Ömer ins Marketing investieren. Ein Investment in den Musterdepotwert von DER AKTIONÄR ist aufgrund der Rechtslage in Deutschland eher spekulativ. Allerdings nimmt der Umsatzanteil des Deutschlandgeschäfts von derzeit 25 Prozent dank der dynamischen Entwicklung in Süd- und Osteuropa sukzessive ab. Der Rechtsrahmen könnte für Bet-at-Home.com-Aktionäre mittelfristig sogar Nebensache werden. Mit Wettumsätzen von 480 Millionen Euro sind die Österreicher eine feste Größe und gelten als heißer Übernahmekandidat.

Adlink: werbewirksame Tochter

Von 20 Millionen Euro Marketingbudget bei Bet-at-Home.com fließt auch ein Teil in Internetwerbung. Markenhersteller und EM-Sponsoren wie McDonald’s, Adidas, Coca-Cola, Mastercard & Co schrauben ebenfalls im Vorfeld ihre Werbebudgets hoch - zur Freude des Internetwerbevermarkters Adlink. Durch die 15-prozentige Schweizer Beteiligung Goldbach Media hat Adlink ein festes EM-Standbein, wenn sich das Zentrum des europäischen Fußballs 2008 Richtung Österreich/Schweiz verschiebt. Goldbach Media vermarktet sämtliche elektronische und mobile Medien und ist für Adlink ein optimaler Partner. Das Jahr 2007 dürfte Adlink mit rund 230 Millionen Euro Umsatz abschließen. 2008 ist mit einem über 20-prozentigen Anstieg auf 280 Millionen Euro zu rechnen. Dass der Gewinn je Aktie um über 50 Prozent von 0,55 auf 0,85 Euro klettern dürfte, gibt der mit einem KGV von 18 für 2008 nur auf den ersten Blick ambitioniert bewerteten Aktie den nötigen Kick für eine gute Performance.

Vier Europameister

Die vorgestellte Vierergruppe ist schon vor dem Anpfiff fit für die Fußball-EM 2008. Procon Multimedia, Bet-at-Home.com und Adlink sind dabei die richtige Wahl für eine offensive Aufstellung. Röder Zeltsysteme unterstützt dagegen eine eher defensive Depottaktik.

Artikel aus DER AKTIONÄR (52/07 - 01/08).

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